Foto: Spitz/Steinhoff

Kleiner Auftakt zum Heftthema

~Hartmut Möller

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Unweit von Hannovers Stadtkern beherbergt das Einrichtungshaus Steinhoff am Braunschweiger Platz (nach eigenem Bekunden) »Das kleinste Designmuseum Deutschlands«. Die außergewöhnliche Idee für den ca. 100 m² kleinen, feinen Schauraum entwickelte Anand Steinhoff, der das Unternehmen in dritter Generation führt, zum 75-jährigen Firmenjubiläum 2012. Er versteht die darin befindliche, höhlenartige Mikroarchitektur als Ort in kontemplativer Atmosphäre, an dem Design- und Kulturgeschichte erlebbar sind. Mittels Fachwerkbauweise einer Rabitzkonstruktion aus Drahtgitterträgern und Spritzputzüberzug ließ sich die von Tim Lüdtke entworfene, organische Form realisieren. Erstaunlich: Die 12 t schwere Struktur konnte ohne statische Veränderung in die oberste Etage des Bestandsgebäudes eingefügt werden.
Mehr als 12 000 internationale Museumsbesucher zur vergangenen Ausstellung (plus regulärer Publikumsverkehr) geben dem Haus und Kuratorin Manuela van Rossem vom Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe recht – immerhin reicht die bisherige konzeptionelle Bandbreite vom Möbeldesign über Autogeschichte bis zum edlen Seidenstoff. Unter dem Titel »Die finnische Welle« beleuchten noch bis zum 31. Juli von Vitra, Artek und iittala zur Verfügung gestellte Exponate Möbel- und Hausratsentwürfe des Ehepaars Aino und Alvar Aalto.