Holzbau im Fokus

Am 7. November fand in Stuttgart die 40. Tagung Holzbau Baden-Württemberg statt. Zum Jubiläum fanden sich 450 Teilnehmer zusammen. Der Ministerpräsident stellte die baden-württembergische Holzbauinitiative vor: Öffentliche Gebäude, ob neu oder modernisiert, sollen künftig mit modernem Holzhybrid- oder Holzbau realisiert werden. Bis 2023 werden dafür 17 Mio. Euro zur Verfügung stehen. In den Fachvorträgen stellte u. a. Anthony Thistleton – angetan mit englischer und europäischer Flagge – vom Büro Waugh Thistleton Projekte vor, die den Holzbau in England vorangebracht haben; Holger Lohrmann, der eine Anerkennung beim db-Preis »Respekt und Perspektive« erhalten hat (s. S. 118), präsentierte unter dem Schlagwort »poetischer Substanzerhalt« die Transformation eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes in Stuttgart.

Als Abschluss und Höhepunkt wurde der 13. Holzbaupreis Baden-Württemberg verliehen, in verschiedenen Kategorien und mit diversen Sonderpreisen. Der Sonderpreis Baukultur etwa ging an das Gemeinschaftshaus [2] der Flüchtlingsunterkunft Spinelli in Mannheim, geplant an der TU Kaiserslautern von den Professoren Stefan Krötsch und Andreas Kretzer mit der Studentengruppe Atelier U20. Die Studenten führten den Holzbau mit Bewohnern der Erstaufnahmestelle selbst aus. »Der Raum zeigt auf beeindruckende Weise, dass sich mit Holz sogar mit einfachsten handwerklichen und technischen Mitteln anspruchsvolle, komplexe Strukturen herstellen lassen.«, war das Fazit der Jury. Der Sonderpreis Tanne wurde für das Forst- und Jagdhaus Tannau [3] in Tettnang von Ludescher + Lutz Architekten, Bregenz (A), vergeben. Alle sichtbaren Oberflächen im Innern sind aus Weißtanne. Die Jury hob die Ruhe der homogenen Materialität hervor. Die massiven Stapeldecken und -wände bestehen aus Holz aus Wäldern in der Umgebung, was kurze Stoffkreisläufe ermöglicht. Einen regulären Preis und den Sonderpreis Ingenieurbau zugleich erhielt die Salzlagerhalle Geislingen von vautz mang [4] architekten, Stuttgart. Die Jury hob die hohe Komplexität im technischen Detail hervor und bewertete sie insgesamt als »selten gelungenes Beispiel ländlicher Infrastrukturgebäude«. ~dr

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