Hans Hollein (1934-2014)

Noch in der vorletzten Ausgabe gratulierten wir Hans Hollein zum 80. Geburtstag, nun müssen wir uns von ihm verabschieden. Der Architekt, Theoretiker und Designer ist am 24. April in seiner Heimatstadt Wien gestorben. Er hinterlässt ein komplexes Œuvre, das von Architekturikonen wie dem Kerzengeschäft Retti und dem Städtischen Museum Abteiberg in Mönchengladbach bis zu Schmuckstücken für Cleto Munari reicht, aber auch irritierende Bauten wie das Haas-Haus gegenüber dem Wiener Stephansdom umfasst. Neben solch habhaften Zeugnissen entwickelten sich aus Holleins Theorien über Wesen und Zweck der Architektur ephemere, geistreiche Gebilde wie das aufblasbare Büro (s. db 2/2012, S. 56), utopische Entwürfe zur Überbauung Wiens und die Zeitschrift »Bau. Schrift für Architektur und Städtebau«, die in den 60er Jahren die Diskussion und Reflexion der Branche über sich selbst anstießen. In Mönchengladbach und Wien sind diesen Sommer Werkschauen Holleins angelaufen. ~dr