Hans Gericke (1912-2014)

Der ehemalige Chefarchitekt Ost-Berlins, Hans Gericke, ist am 15. Februar im Alter von 101 Jahren gestorben. Er war maßgeblich am Wiederaufbau des historischen Zentrums beteiligt, insbesondere im Gebiet zwischen Alexanderplatz und Spree ist seine Handschrift noch ablesbar. 1912 in Magdeburg geboren, studierte Hans Gericke 1931-37 an der TH Hannover. Nach 1945 war er an der Bodenreform in Sachsen-Anhalt beteiligt. In den 50er Jahren koordinierte er als Ost-Berliner Stadtrat wichtige Projekte des Wiederaufbaus und arbeitete daneben weiter als Architekt. Er gründete den Bund deutscher Architekten BdA 1952 mit, bis 1986 war er dessen Vizepräsident.

Einen großen Raum in Gerickes Schaffen nehmen theoretische Arbeiten ein, mit denen er das Bauwesen der 50er und 60er Jahre beeinflusste. Durchaus mit kritischen Positionen: Ein Aufsatz zu den Bauten der Stalinallee etwa wurde 1955 erst gar nicht veröffentlicht. Das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner verwaltet Gerickes wissenschaftlichen Nachlass: Wortmeldungen, Fotografien, Pläne und Urkunden. ~dr