Europan 15

Gewonnen

Im Dezember wurden die Gewinner der 15. Ausgabe des europäischen Wettbewerbs für Architektur und Städtebau gekürt. Zur Bearbeitung standen drei Wettbewerbsgebiete, für die die Vorschläge von der deutschen Jury beurteilt wurden: Selb in Oberfranken, die »Bergische Kooperation« aus Hilden, Ratingen, Solingen und Wülfrath sowie Warschau. Der Wettbewerb stand unter dem Motto »Produktive Städte 2«. Dabei ging es um die Synergien einer Transformation, die zwischen Ökosystemen, Menschen und der gebauten Umwelt entsteht.

Die Porzellanstadt Selb besitzt eine lange Tradition innerstädtischer Produktion. Es geht im Projektgebiet darum, den Stadteingang rund um den Bahnhof in mehreren Phasen neu zu gestalten und in ein urbanes Quartier zu verwandeln. Der Preis ging an »Scherben bringen Glück« von Simon Gehrmann, Roderich Eßmann, Margarita Vollmer und Robin Thomä. Die Jury bewertete die vorgeschlagenen neuen Allianzen von Wirtschaft, Handwerk, Hochschulen und Zivilgesellschaft als glaubhaft und erachtete die Mischung von Produktion, Wohnen, Ausstellungen, Serviceangeboten und Dienstleistungen sowie die Konzentration von Bahn, Carsharing, Fahrrad usw. als sinnvoll.

Unter dem Motto »Urbaner Wandel: Heimat zwischen Rhein und Wupper« kooperieren vier bergische Städte unterschiedlicher Art und Größe miteinander. Auf unterschiedlichen Maßstabsebenen galt es, eine »Bergische Siedlung« zu entwickeln, die regionale und lokale Qualitäten abbildet. Einer der zwei Preise ging an »Bergisch Plugin« von Nikolai Werner, Vassilissa Airaudo, Daniel Branchereau und Moritz Scharwächter. Die Juroren befanden, sie seien der Aufgabe hervorragend gerecht geworden, Planungsprinzipien zu entwickeln, die sich auf die vier Städte übertragen lassen. Die neun Prinzipien – etwa »Flächen entsiegeln«, »Flexibel nutzbare Gebäude«, »Neue Mobilität« und »Experimentierfelder schaffen« – seien verständlich und anpassungs‧fähig. Es entstehe ein Kreislauf aus Identitätsstärkung, Stabilisierung des Umbruchs und entstehendem Zukunftsbild.

Der zweite Preis ging an den Stadtplaner Marc Rieser für »The Productive Region«. Diese ganzheitliche Planungsstrategie auf der Grundlage der drei Europan-15-Themen, reagiere, so die Jury, mit einem Instrumentenkoffer zu Raum, Nutzung, Ökologie und Mobilität auf lokale Qualitäten und Potenziale, gekoppelt mit einem regionalen gemeinschaftlichen Ansatz. Der Arbeit gelinge es, aus der regionalen Strategie konkrete, städtebaulich tragfähige Konzepte zu entwickeln.

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