Gewonnen

Deutscher Städtebaupreis 2016
Einen »wunderbaren Ort mit unverwechselbarer Identität« hätten die Preisträger geschaffen, befand die Jury des Deutschen Städtebaupreises: die Wohnanlage wagnisART [11] in München. Eine Arge, der u. a. bogevischs buero angehörte, hat hier zusammen mit der Wohbaugenossenschaft wagnis ein ehemaliges Kasernengelände umgestaltet. Im Detail hoben die Preisrichter die »wie selbstverständliche« Integration neuer Wohnformen angesichts des demografischen Wandels und die Zugänglichkeit von mehr als der Hälfte der EG-Flächen für die Gemeinschaft und Bewohner des umliegenden Quartiers hervor. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) mit Unterstützung der Wüstenrot Stiftung verliehen und zeichnet nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur aus.
Der Sonderpreis ging an das »Grandhotel Cosmopolis« (s. db 7-8/2015, S. 22) von A-Architekt. Das Projekt, die Neunutzung eines zum Abriss vorgesehenen Altenheims für Flüchtlinge, Künstler, »normale« Gäste sowie Quartiersaktivitäten, sei beispielgebend dafür, wie man neue Möglichkeiten eines respektvollen und fröhlichen Zusammenlebens schaffen kann.
Praemium Imperiale
Bereits mit 29 Jahren gewann Paulo Mendes da Rocha seinen ersten Architekturwettbewerb, fast 60 Jahre später erhielt er nun für sein Lebenswerk den renommierten Praemium Imperiale der Japan Art Association. Nach Oscar Niemeyer ist er der zweite brasilianische Träger dieses hochdotierten Kunstpreises. Im Lauf seiner langjährigen Karriere prägte Mendes da Rocha v. a. den Charakter von São Paulo, wo er 1954 sein Architekturstudium beendete. Zu seinen bekanntesten Bauten gehört die Pinacoteca do Estado de São Paulo. Mit seinem ersten großen internationalen Projekt, dem Nationalen Kutschenmuseum in Lissabon von 2015 [12], wurde er auch in Europa bekannt. Zusätzlich erhielt er auf der diesjährigen Biennale in Venedig den Goldenen Löwen, ebenfalls für das Lebenswerk; den Pritzker Prize bekam er bereits 2006.
International Velux Award 2016
Für den internationalen Preis konnten Architekturstudenten Ideen unter dem Motto »Light of Tomorrow« einreichen. Für die Regionen Afrika, Amerika, Asien/Australien, Osteuropa/Naher Osten und Westeuropa wurden aus knapp 600 Einsendungen aus 57 Ländern zehn Sieger(teams) gewählt, je eins in der Kategorie »Daylight in Buildings« und eins in der Kategorie »Daylight Investigations«. Die die Jury immer wieder überraschenden Ideen reichten von transparenten Solarpaneelen für stromlose Siedlungen in Afrika über mögliche Umnutzungen von ehemaligen Parkhäusern in Santiago de Chile durch Lichtschütten, die zugleich der Entlüftung dienen [13], und einem Raum für Zeremonien in Kopenhagen bis hin zu einem Konzept aus China, wie Tageslicht für Blinde erfahrbar gemacht werden soll – mit einem Material, das nach dem Prinzip der Braille-Schrift Licht und Schatten spürbar macht.
Am 18. November wird der Gesamtsieger gekürt. Zuvor präsentieren die Regionalsieger ihre Projekte, was auch im Livestream zu verfolgen sein wird.
http://iva.velux.com