Gewonnen

Landschaftsarchitektur Preis 2015
Der Deutsche Landschaftsarchitektur Preis, ausgelobt vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, geht dieses Jahr u. a. an das Kloster Lorsch [8]. Die ehemalige Reichsabtei Karls des Großen wurde vom Planungsbüro Topotek 1, Berlin, erstmals landschaftsarchitektonisch mit der wenige Kilometer entfernt liegenden frühen Klostergründung Altenmünster verbunden. Hierzu wurden Sichtachsen geschaffen, ein neues Wegesystem angelegt und die Grundrisse verschwundener Klostermauern durch Vertiefungen im Boden gekennzeichnet. Die Herausforderung bestand darin, dass auf dem Gelände der UNESCO-Weltkulturerbestätte weder Eingriffe in den Boden noch Aufbauten vorgenommen werden durften. Die Jury bewertet das Projekt als »herausragendes Beispiel, wie historische Relikte und Spuren einerseits konservatorisch bewahrt und andererseits wieder auf ihre landschaftlichen Beziehungen zurückgeführt werden können«.

Der zweite 1. Preis geht an den »Park am Gleisdreieck« von LOIDL Architekten (s. db 3/2012, S. 24, und db 4/2014, S. 32). Hier befand die Jury: »Durch das Wechselspiel zwischen landschaftsplanerischem Gesamtkonzept und objekthaften Teilbereichen enstand eine neue Dimension von landschaftsarchitektonischen Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.«
BDA-Preis Schleswig-Holstein
Zwölf Projekte wurden diesmal in der Jurysitzung für den alle vier Jahre vergebenen BDA-Preis Schleswig-Holstein mit der 1. und 2. Rangstufe bewertet. Wer den Preis letztlich erhält, entscheidet sich im Oktober. Zu den Projekten gehören u. a. Stadtreparaturen wie das Ulrich-Gabler-Haus in Lübeck von Konermann + Siegmund Architekten (s. db 1-2/2015, S. 14), das auf den ersten Blick spröde, mitunter jedoch geradezu flirrende Behördenhochhaus in Kiel [9], saniert von bbp Architekten sowie die Revitalisierung eines ehemaligen Kiesgrubengeländes durch den Umbau des Produktionsgebäudes in das KulturWerk Norderstedt [10] von me di um Architekten/Roloff Ruffing + Partner/Höhler + Partner, aber auch Neubauten wie die Osterkirche Klein Offenseth-Sparrieshoop [11] von Petersen Pörksen Partner.
Pioneer Award
Zum vierten Mal hat das Passivhaus Institut ein Wegbereiter-Projekt des energieeffizienten Bauens ausgezeichnet. Der Pioneer Award ging an das Saskatchewan Conservation House in Kanada, das laut Wolfgang Feist für die spätere Entwicklung des Passivhaus-Konzepts eine wichtige Inspiration gewesen sei. 1977 unter dem Eindruck der Ölkrise errichtet, verfügte das Haus bereits damals als wesentliches Element über eine Doppelwand zur Wärmedämmung sowie über eine hoch luftdichte Gebäudehülle – vom Planer, dem Bauingenieur Harold Orr, und seinem Team von Hand hergestellt –, teilweise dreifach verglaste Fenster und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Von der ursprünglich als zentrales Element geplanten aktiven Nutzung der Solarenergie blieb ein Wassertank zur kurzfristigen Wärmespeicherung.