Gewonnen

Deutscher und Österreichischer Fassadenpreis
Die 23. Ausgabe des renommierten Fassadenpreises ergänzte Auslober Brillux dieses Jahr um den Schwerpunkt Österreich. Aus 400 Einsendungen wurden 20 Objekte gewählt, deren Farbgebung vollwertiges Mittel der Architekturgestaltung ist. Der 1. Preis in der Kategorie Wohn- und Geschäftshäuser ging an einen Neubau [11] in einer Einkaufsstraße in Traunstein, geplant von den Architekten Riedl Oestreich und ausgeführt vom Malerbetrieb Huber aus Stein an der Traun. Der angenehme, erdige Braunton der Fassade gehe mit den in Goldmessing schablonierten Fensterbändern und Balkonen eine exquisite Verbindung ein, befand die Jury, und der Bau füge sich zwischen Understatement und akzentuierender Veredelung in die Nachbarschaft ein.

1. österreichischer Preisträger ist die restaurierte »Villa Anna« [12] im historischen Luftkurort Reichenau an der Rax. Putz und Holzbauteile wurden von der ausführenden Firma, Maler & Anstreicher Belle Arti, z. T. in Originalfarbtönen wiederhergestellt. Die Jury hob hervor, dass die renovierte Fassade die Farbstimmung der K. u. K.-Zeit wieder aufleben lasse.
Fritz-Höger-Preis 2014
Backsteine, Ziegel, Klinker in zahlreichen Farben, massiv oder hauchzart, expressiv oder schlicht ausgeführt, zeichnen die prämierten Projekte des Fritz-Höger-Preises 2014 aus. Dankenswerterweise sind nicht nur holländische Preisträger zu verzeichnen. So trug den Grand Prix das Kulturinstitut [13] von Álvaro Siza und Rudolf Finsterwalder auf der Insel Hombroich davon, der 2009 nach 14-jähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Die Jury betonte die Poesie des Baus, der wie die anderen Bauten des Geländes aus Ziegeln von Abbruchhäusern besteht, und hob die verschiedenen feinen Maßnahmen hervor, die den Pavillon zugleich in die Landschaft integrieren und daraus hervorheben sowie die vorhandene Topografie akzentuieren.
»Winner Gold« in der Kategorie Geschosswohnungsbau wurde die Defence Colony Residence [14] in Neu-Delhi von vir.müller architects, dessen tektonisches und stoffliches Vokabular sich aus den zahlreichen Fragmenten islamischer Architektur aus dem 15. Jahrhundert vor Ort ableitet. Die durchlässigen Balkonumrandungen lassen die rar gewordene Zone zwischen Privatheit und Straße wieder aufleben. Darüber hinaus dienen die Ziegelwände der thermischen Balance und halten Erdbeben der zweithöchsten örtlichen Kategorie stand.
Einige der prämierten Sanierungsprojekte werden übrigens in db 1-2/2015 detailliert vorgestellt. Bis dahin sei wärmstens die Website des Preises empfohlen, auf der weitere bemerkenswerte Projekte bekannter und unbekannter Architekturbüros versammelt sind.
zumtobel group award
Der zumtobel group award wurde 2014 erstmals in drei Kategorien ausgeschrieben, die Innovationen für Nachhaltigkeit und Lebensqualität in der gebauten Umwelt herausstellen. Neu dazu kam die Kategorie »Angewandte Innovationen«, um auf die zunehmende Bedeutung der Wechselwirkungen zwischen Technologie und Mensch zu reagieren. Preisträger ist das SolarLeaf-Haus in Hamburg (s. S. 70) mit seinem photo-bioreaktiven Fassadensystem. Interessant ist auch die Entwicklung von bambusbewehrtem Beton durch das Future Cities Laboratory in Singapur in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich.
Preisgekröntes »Gebäude« ist das Port Sudan Pediatric Centre [15] des Studio Tamassociati aus Venedig. Es bietet kostenlose Krankenversorgung für Kinder durch die italienische NGO Emergency. Kühlung, Lüftung, Recycling, Wiederverwendung lokaler Materialien, Landschaftsgestaltung und sparsame Energienutzung wurden integriert gestaltet, indem die Architekten neue und alte Technologien kombinierten. Damit betonen sie die Leistungsfähigkeit des Baus und verbinden architektonische Nachhaltigkeit mit Schönheit, so das Urteil der Jury.
Auf der Website des Preises sind unter »Award Katalog« sämtliche Auszeichnungen ausführlich dargestellt.
Heinrich-Tessenow-Medaille 2014
Die Heinrich-Tessenow-Gesellschaft verleiht am 14. November ihre Medaille an den Architekten Winfried Brenne für sein »passioniertes Engagement für den Erhalt von Baudenkmälern und ihre beispielhafte Pflege«. Brenne habe sich ab 1977 in intensiver, privater Forschungsarbeit und entsprechend gewachsener fachlicher Kompetenz um das Werk Bruno Tauts bemüht, was 2008 in die Aufnahme von sechs Berliner Siedlungen ins UNESCO-Weltkulturerbe mündete, so Laudator Martin Boesch von der Heinrich-Tessenow-Stiftung.
Die Heinrich-Tessenow-Medaille wird im Gedenken an den Architekten und Hochschullehrer Persönlichkeiten zuerkannt, die Hervorragendes u. a. in der architektonischen Formgebung geleistet haben.