Gerettet und wieder verloren?

Majestätisch sitzt der Busbahnhof [12] im Zentrum der mittelenglischen Stadt Preston. Der 170 m lange Bau wurden 1969 vom einheimischen Büro Building Design Partnership als zentraler Verkehrsknotenpunkt für die umliegenden Städte sowie den Fernverkehr gebaut. 80 Busse können bedient werden, die fünf Parkdecks darüber bieten Platz für 1 100 Autos. Mit seinen charakteristischen Brüstungen aus Glasfaserbeton-Fertigteilen, die trotz ihrer Massivität über dem zweigeschossigen verglasten Abfertigungsbereich zu schweben scheinen, wurde er rasch zum Identifikationspunkt für die Einwohner. Nach jahrelanger Vernachlässigung drohte ihm um die Jahrtausendwende der Abriss, doch 2013 – nach zwei vergeblichen Versuchen, ihn unter Schutz zu stellen – wurde er aufgrund von Bürgerprotesten doch in die Denkmalliste eingetragen.

Da das Stadtzentrum auch insgesamt aufgewertet werden soll, wurde ein zweiphasiger Wettbewerb für ein Jugendzentrum und die dringend notwendige Neuanbindung ausgeschrieben, den im August John Puttick Associates aus New York [13] gewannen. Da der Busverkehr sich künftig auf die östliche Hälfte des Baus konzentrieren soll, kann die westliche Hälfte umgenutzt werden. Warum aber muss die Ergänzung so nah an das alte Schlachtschiff heranrücken? Was passiert dann mit den lichten, luftigen »Promenadendecks« im Innern? Ein weiterer Entwurf [14], der des Pariser Büros Sane, bezeugt da deutlich mehr Respekt (von den anderen drei Entwürfen der engeren Wahl schweigen wir lieber) und bietet differenziertere Außenbereiche.
Immerhin soll das Gebäude selbst nicht angetastet werden. Sollte die Erweiterung aber tatsächlich gebaut werden, gilt wieder das, was auf der Seite der Manchester Modernist Society schon vor fünf Jahren gepostet wurde: »Lieber jetzt anschauen«, bevor es zu spät ist. ~red