Gerd Hauser (1948-2015)

Ohne Gerd Hauser wäre das energieeffiziente Bauen weniger weit als heute. Als einer der maßgebenden Pioniere auf dem Gebiet der Bauphysik verfasste er Standardwerke zur Behandlung von Wärmebrücken, trieb Wärmeschutz- und Energiesparverordnungen voran und vermittelte dem Nachwuchs die Relevanz des nachhaltigen Bauens. 1948 in Bad Kissingen geboren, erhielt er 1972 an der TU München das Diplom in Maschinenbau, forschte anschließend am Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP in München zum thermischen Verhalten in Gebäuden und promovierte fünf Jahre später an der Universität Stuttgart zu »Rechnerischer Vorherbestimmung des Wärmeverhaltens großer Bauten«. Aus der folgenden Zeit an der Universität-Gesamthochschule Essen stammen die Grundlagen für die Empfehlungen zum sommerlichen Wärmeschutz, die sowohl in die DIN 4108 als auch in die Formel zur Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten eingingen.

Ab 1983 lehrte Gerd Hauser an der Universität Kassel und gründete dort auch sein Ingenieurbüro. 2004 kehrte er nach München zurück und war bis zu seiner Pensionierung 2014 zugleich Ordinarius für Bauphysik an der TU München und Leiter des IBP.
Neben der Publikation von über 300 Fachbeiträgen und Büchern beriet Hauser die Bundesregierung zu Wärmeschutzverordnung und EnEV und machte den Gedanken der Energieeffizienz durch den Vorsitz in mehreren Verbänden publik, u. a. durch den Vorläufer des heutigen Energieausweises. ~dr