Afrikanische Perspektiven

Der 6. Außenwirtschaftstag Architektur, Planen und Bauen des Netzwerks Architekturexport legte in diesem Jahr den Fokus auf Afrika. Etwa 250 Teilnehmer diskutierten unter dem Motto »Europa und Afrika – Gemeinsam neue Partnerschaften bauen« Strategien und Rahmenbedingungen für eine verstärkte Zusammenarbeit und Zugang zu den afrikanischen Märkten.

Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt und damit Hausherrin, begrüßte die Branchenvertreter als »Brückenbauer«. Die neue Afrika-Strategie der Bundesregierung setze auf Diplomatie und Partnerschaft. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020 sei ebenso eine Chance, die Afrikapolitik auch europäisch noch stärker zu bündeln.

Welche Potenziale für die deutsche Bauindustrie, Architekten, Ingenieure und Fachplaner in diesem Markt liegen, wurde in Panels und Workshops diskutiert: die besten Strategien für ein erfolgreiches Engagement, Finanzierung von Projekten, der Umgang mit dem großen Konkurrenten China oder die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit in Afrika.

Deutlich wurde dabei u. a.: Wer hier erfolgreich agieren will, braucht einen lokalen, gut vernetzten Partner, sollte Marktanalysen vornehmen und vorhandene Beratungsnetzwerke nutzen. Für Projekte und vertrauensvolle Partnerschaften wurde von Verbänden und Planern, besonders aber von Startup-Vertretern Augenhöhe gefordert, kreative und personelle Potenziale vor Ort sollten einbezogen und einfache Prozesse bzw. neue Finanzierungsmodelle zur Förderung kleiner Firmen angeboten werden. Dem Preis-Dumping der Konkurrenz (z. B. China, Türkei) sei wertschöpfendes Lebenszyklus-Denken entgegenzusetzen.

Auf dem Abschlusspanel wurde noch einmal dargestellt, dass Bundesregierung und Unternehmen ein dauerhaftes Engagement als Partner in Afrika anstreben. Die Verbandsvertreter wünschten sich dabei v. a. eine stärkere, transparente und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft sowie mehr Doppelbesteuerungsabkommen zur Erleichterung von Kooperationen. Von Unternehmen und Bildungsinitiativen konkret gefordert wurde die Unterstützung von mehr sichtbaren Ausbildungsangeboten vor Ort, ein vereinfachter Zugang für Afrikaner zu Praktikumsplätzen und Jobs in Deutschland sowie Transferleistungen, um die boomenden afrikanischen Städte durch Stadt- und Infrastrukturentwicklung lebenswert zu machen. Das 2019 eingerichtete Wirtschaftsnetzwerk Afrika sollte als effektive Unterstützungseinrichtung der deutschen Wirtschaft außerdem weiter ausgebaut werden.

~Claudia Sanders

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