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Abdrücke nicht nur im Schnee

Zwei Tage »BAU 2019« im Januar, die größte Baumesse weltweit, und wie nicht anders zu erwarten: wie immer ein Höchstrekord an Besuchern und Ausstellern. Und auch: viele, viele Vorträge – auf Konferenzen, beim »Talk am Tresen«, im »Forum«, am »Stammtisch« … Da ist es kaum verwunderlich, dass trotz guter Auswahl an Referenten und Themen teilweise recht wenig Publikum zu verzeichnen war. Gerade die doch so wichtige Diskussion über das zukünftige Bauen etwa (»Wege in das Bauen von morgen« oder »Innovationen im Nachhaltigen Bauen«, veranstaltet vom BBSR mit dem BMI) fanden abseits im Kongresszentrum statt, teilweise mit nur wenigen Zuhörern. Ob das Rahmenprogramm nicht auch, ähnlich wie das Bauen, kompakter werden sollte? Weniger ist mehr; und dafür am besten zentral in der Eingangshalle! Kurz stoppen, zuhören, Anregungen in die Runde werfen oder Ideen aufgreifen, dann erst weiterlaufen.

Außerdem: Über klimaschonendes Bauen zu reden und eine Plattform für Nachhaltigkeitsthemen zu bieten, ist das eine, … Ob sich nicht auch schon genug Ansätze bei einer Messe finden lassen? Etwa bei 1 oder 2 °C weniger warmen Hallen (nicht nur klima-, sondern auch besucherfreundlich). Oder der Wiederverwendung von Umhängebändern und Plastikhüllen für Namensschilder und Zutrittscodes? Oder gar weniger hohen, Besucherzahl-angepassten Luftwechselraten in den Räumen des Kongresszentrums etc.

Etwas zukunftsgewandter erscheinen da immerhin die Aussteller selbst, etwa das Unternehmen RUBNER, das den Besuch auf dem Messestand mit einem Baumgutschein (über die Initiative Plant-for-the-Planet) ausglichen. Oder die DGNB und thinkstep, an deren Stand man sich die Ökobilanz seines Messebesuchs berechnen lassen konnte. Der persönliche Fußabdruck wurde mit Durchschnittswerten nur vereinfacht ermittelt, die äquivalente CO2-Menge soll nun (mit dem Partner South Pole) kompensiert werden. Allerdings war das Ergebnis – trotz Zuganreise und nur eintägigem Hotelaufenthalt – mit 57 kg CO2 ziemlich ernüchternd: Nur Zuhausebleiben wäre wohl ökologischer gewesen. Dafür ist mein Messebesuch dank der aufgeführten Unternehmen nun immerhin doppelt ausgeglichen. ~cf