100 Jahre Kaldewei

Vor zwei Jahren, als die db 150 Jahre lang bestand, haben wir auch architekturaffine Industrieunternehmen eingebunden, die ebenfalls ein Jubiläum zu feiern hatten. U. a. Hagemeister, FSB , Wilkhahn und Hewlitt Packard beleuchteten die erfolgreichsten Designs und Produkte ihrer Firmengeschichte. Nun heißen wir auch Kaldewei herzlich im Kreis der »ewig jungen Hundertjährigen« willkommen. Das Unternehmen, das 1918 im westfälischen Ahlen als Blechwarenfabrik gegründet wurde, ist Architekten ein Begriff für moderne Objektkultur und Luxus im Bad. Über einen so langen Zeitraum muss man sich natürlich immer wieder neu erfinden, und das hat das Familienunternehmen über vier Generationen hinweg getan. Heutiger Chef ist Franz Kaldewei, benannt nach seinem Urgroßvater, dem Gründer des Unternehmens. Bereits 1932 entwickelten dieser und sein Sohn Heinrich das bis heute Kaldewei-typische Stahl-Email. 1934 folgte die erste – damals noch aus mehreren Teilen zusammengeschweißte – Badewanne mit dieser Vergütung. Mit dem Wirtschaftswunder stieg die Nachfrage nach modernen Badeinrichtungen enorm, und so entschloss sich Heinrich Kaldewei, ab 1956 erstmals auch Duschtassen anzubieten. 1957 wurden außerdem zwei hydraulische Badewannen-Pressen in Betrieb genommen, die die Rohlinge nahtlos aus einer einzigen tiefziehbaren Stahlplatine herstellen konnten. Bislang gab es das nur in den USA. Das Stahl-Email, bestehend aus Stahl und Glas, wird noch heute im Werk hergestellt und bei 850 °C mechanisch untrennbar mit den Rohlingen von Wanne, Dusche oder Waschbecken verbunden, bevor die Deckschicht folgt. Dennoch lassen sich die Einrichtungsgegenstände zu 100 % recyceln.

1970 konnte das Unternehmen mit Stolz verkünden, »Europas No. 1 in Badewannen« zu sein – heute punktet es u. a. mit 50 000 möglichen Duschvarianten. Auch der Weg ins Ausland war die richtige Entscheidung: Gegenwärtig liegt der Anteil am Umsatz bei mehr als 50 %, weltweit hat das Unternehmen über 700 Mitarbeiter. Seit den 70er Jahren verfolgt Kaldewei außerdem konsequent den Weg besonderer Gestaltung und setzt auf die Zusammenarbeit mit internationalen Designern, darunter Ettore Sottsass, Arik Levy, Anke Salomon und Werner Aisslinger. Mit Erfolg: Nicht weniger als 52 Designpreise hat das Unternehmen allein für die Kollektionen der letzten fünf Jahre bekommen.

So kann es bleiben! Wir wünschen dem Jubilar weiterhin ein gutes Gespür für Trends setzende Neuerungen, zudem großartige Erfolge in allen Märkten und v. a. viele schöne Anlässe, die runde Hundert zu feiern. ~red

www.kaldewei.de