Projekt: Rietberg Museum, ZŸrich
Architekt: Adolf Krischanitz, Alfred Grazioli
Erweiterung Museum Rietberg

… Zürich (CH)

~Hubertus Adam

Die Villa Wesendonck im Zürcher Stadtquartier Enge, von Leonhard Zeugheer 1853–57 in idyllischer Lage auf einem Hügelrücken errichtet, ist seit 1952 Sitz des auf außereuropäische Kunst spezialisierten Museums Rietberg. Adolf Krischanitz und Alfred Grazioli, die beide in Berlin lehren und sich für den Wettbewerb zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschlossen hatten, legten die Erweiterung des Museums unterirdisch an, um Eingriffe in den umgebenden Park zu vermeiden.
Die neuen Räume befinden sich unterhalb des Platzes, der sich zwischen dem Wintergarten der Villa und dem benachbarten Wirtschaftsgebäude erstreckt. Einziges an der Oberfläche sichtbares Zeichen der Erweiterung ist ein gläserner Eingangspavillon, dessen Fassaden mit einem der Kristallstruktur eines Smaragdes nachempfundenen Ornament aus grünen Dreiecken überzogen sind. Exquisit ist die Kombination der verwendeten Materialien, die aus dem Pavillon eine Preziose machen: Zum Glas treten im Inneren eine transluzente Decke aus Onyxplatten sowie an der Rückwand ein Betonrelief von Helmut Federle. Eine Eichenholztreppe führt vom Pavillon aus hinunter zu den beiden großzügigen Ausstellungsebenen mit jeweils 13 000 Quadratmetern Fläche; die stufenlos regulierbare Raumbeleuchtung erfolgt über Lichtdecken aus ineinandergreifenden Polycarbonatelementen. Kelleratmosphäre kann nirgends aufkommen. Auch in der untersten Ebene nicht: Sie ist Wechselausstellungen vorbehalten, daher völlig frei unterteilbar und besticht durch ihre Raumhöhe von fünf Metern.
Standort: Gablerstraße 15 Architekten: Architektengemeinschaft Alfred Grazioli, Berlin, und Adolf Krischanitz, Wien/Berlin Eröffnung: Februar 2007