Projekt:Waldorfschule
Architekt:Aldinger & Adinger
Ort:Uhlandshšhe Stuttgart
Hort- und Mensagebäude Der Waldorfschule Uhlandshöhe

… Stuttgart

~Claudia Hildner

Wie ein Fremdkörper wirkt der mit Lärchenholz verkleidete Erweiterungsbau der Schule zwischen den steinernen Stadtvillen im Stuttgarter Osten. Zahlreiche Einschnitte und Auskragungen lassen auch ohne Blick auf die Grundrisse erahnen, welche Anstrengungen mit der Ausarbeitung der Räume – und damit auch der Hülle – verbunden waren. Dabei übernahm der Bauherr einen aktiven Part: Eine Auswahl an Waldorf-Pädagogen durfte mitentscheiden, ob die Räume schon den Anforderungen der späteren Nutzung genügten oder ob noch weiter »an ihnen gearbeitet« werden sollte.
Der Eingang des Erweiterungsbaus orientiert sich zum großzügigen Hof des 1924 gebauten Schulhauses, das als erste Waldorfschule überhaupt gelten darf. Von dort aus gelangen die Schüler in die Mensa, die den größten Teil des Erdgeschosses im Neubau einnimmt. Durch großflächige Verglasungen bieten sich von hier aus Ausblicke in den Hof und über die Stuttgarter Innenstadt. Das abfallende Gelände begünstigt die Belichtung des darunter liegenden Gartengeschosses, in dem der Kinderhort untergebracht ist. Betonflächen im Inneren sind weitgehend holzfarben lasiert, weiß gestrichene Heraklith-Platten an der Decke und Industrieparkett auf dem Boden sorgen für ein ebenso einheitliches wie einfaches Erscheinungsbild.
Mit der Nutzung von Erdwärme, einer gut gedämmten Hülle und der geplanten Holzpelletheizung soll das Gebäude laut Architekten trotz des großen Außenflächenanteils die Standards eines Drei-Liter-Hauses erfüllen. Das neue Hort- und Mensagebäude wird damit den Ansprüchen der Bauherren in Form und Funktion gerecht und zeigt sich – Winkelvielfalt hin oder her – als ein spannendes Stück Architektur im Stuttgarter Osten.
Standort: Haußmannstraße 44 Architekten: Aldinger & Aldinger Partnerschaft, Stuttgart Bauzeit: Juli 2005 bis Mai 2007