… Salzburg (A)

Museum der Moderne Mönchsberg
Standort: Mönchsberg 32 Architekten: Friedrich Hoff Zwink, München Fertigstellung: Oktober 2004

Der Blick auf die Salzburger Altstadt und die Bergketten der Alpen – aber auch der nackte Felsrücken selbst – sind so spektakulär, dass die Architekten das soeben auf dem Mönchsberg eröffnete Museum der Moderne nicht auch noch als selbstverliebtes Architekturspektakel zelebrieren wollten. Vielmehr zeigt sich der verschlossene Monolith aus Untersberger Marmor respektvoll zurückhaltend, um erst im Inneren so richtig aufzublühen: Drei Raumstreifen und zwei eingeschnittene Treppenräume in Sichtbeton werden hier zu einem unerwartet subtilen und beziehungsreichen Raumgefüge verwirkt. Ausgehend von der in den Neubau integrierten, bereits 1948 errichteten Bergstation des Mönchsbergliftes beschreiben die vier Museumsgeschosse eine geruhsame, schneckenförmige Aufwärtsbewegung aus der kühlen Tiefe des Felsens hin zum Tageslicht. Das imposante Panorama bleibt dabei konsequent ausgeklammert, die reduzierte Material- und Formensprache der Ausstellungssräume vermag die Aufmerksamkeit ganz auf die Exponate zu fokussieren. Lediglich durch die großflächige Verglasung des Restaurants schweift der Blick dann beeindruckt über die Mozartstadt, wo man sich über die Inneneinrichtung von Matteo Thun wundert, die mit einer abgehängten Lichtinstallation aus fünfhundert Hirschgeweihen eigenartig barocke Kapriolen schlägt. Roland Pawlitschko