Seniorenwohnkomplex De Plussenburgh

… Rotterdam (NL)

~Anneke Bokern

»Wieso grau?«, fragten sich die jungen Amsterdamer Architekten. Schließlich gehören die Senioren von heute der Generation von Mick Jagger und Tina Turner an. In diesem Sinne reichten sie 2001 beim Wettbewerb für den Neubau von 104 Seniorenwohnungen einen mutig swingenden, bonbonbunten Entwurf ein, der alles andere als hüftsteif wirkt – und konnten die Jury überzeugen.
»De Plussenburgh« steht in der öden Nachkriegsstadterweiterung IJsselmonde im Süden Rotterdams. Die gesichtslose Umgebung lässt den Komplex noch knalliger wirken als er ohnehin schon ist. Gleichzeitig schließt die Hochhausscheibe, gegen die sich ein aufgeständerter Querriegel lehnt, aber formal an die spätmoderne Städtebaustruktur des Viertels an.
Der Komplex ist an der Rückseite mit einem dreigeschossigen Seniorenpflegeheim verbunden, dessen Bewohner weiterhin auf den bereits vorhandenen Teich schauen, nun aber durch einen Wald schräger Stützen hindurch. An den Altbau wurde ein kleiner Pavillon mit Aufenthaltsraum angedockt, von dem aus ein Aufzug in den Neubau führt. In Turm und Riegel befinden sich 9,60 Meter breite Wohnungen, die frei eingeteilt und je nach Bedarf auch halbiert oder zusammengelegt werden können. Durch eine simple Spiegelung der Grundrisse in den beiden Bauteilen kehrt sich das Fassadenbild von West nach Ost um: orangerot verglaste Laubengänge auf der einen, schwingende Balkone auf der anderen Seite. Deren kurvige Bodenplatten und Trennwände wurden mit ebenfalls verzogenen Brüstungsgittern kombiniert und bieten einen beinahe schwindelerregend dynamischen Anblick.
Standort: Groen van Pinxterenlaan, Rotterdam-IJsselmonde Architekten: Arons en Gelauff Architecten, Amsterdam Fertigstellung: August 2006