… Oranienburg

Reithalle Christinenhof
Standort: Oranienburg, bei Berlin Architekten: MGHS, Meyer, Große, Hebestreit,Sommerer, Berlin Fertigstellung: Frühjahr 2005

Die Konkurrenzen werden immer härter. Sogar im Speckgürtel von Berlin kann ein ehemaliger Bauern-, jetzt Reiterhof seine hauptstädtischen Pferdepensionisten nur noch halten, wenn er auch bei schlechtem Wetter Reitmöglichkeiten offeriert. So entsteht Baubedarf, selbst wenn Finanzberater noch längst keine Expansion empfehlen. Mit den schwierigen Regionen des Ostens bestens vertraut, kannten die Architekten noch andere Sorgenfälle, z. B. eine von Insolvenzdruck geplagte Holzbaufirma im thüringischen Hermsdorf. Die hatte als Generalübernehmer versprochen, günstiger als die gesamte Konkurrenz (auch die der handelsüblichen Leichtbauhallen) zu bauen. Überdacht wurde eine Fläche von 20 mal 40 Metern. Die sanft gewölbte Tonnenschalung, von Leimholzbindern und -ständern auf Streifenfundamenten getragen, kragt an der Eingangsseite vier Meter aus. Ein 1,6 Meter hoher Sockel erhielt rundum eine horizontale Brettverschalung, die »Wandbereiche« darüber wurden mit grünen Windschutznetzen bespannt, wodurch im Inneren – leicht farblich verfremdet – die Landschaft allzeit präsent ist. Lichtkuppeln liefern zusätzliche Helligkeit. Die »agrarisch funktionale« Gesamtgestalt half, den Restriktionen eines angrenzenden Naturschutzareals zu begegnen. So wurde tatsächlich jede Typenhalle in den Schatten gestellt, nicht nur in puncto Kosten. Wolfgang Kil