Institut für Robotik und Mechatronik des DLR

… Oberpfaffenhofen

~Simone Hübener

Mit klarer Struktur und einfachen Materialien bringt der Neubau Ruhe auf den Oberpfaffenhofener Campus des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Aus architektonischer Sicht herrscht rundherum ein ziemliches Durcheinander von Gebäuden verschiedener Jahrgänge, Größen und Stile.
Im Wettbewerb zum Institut für Robotik und Mechatronik (RMC) wurden Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten von den Juroren einstimmig zum Sieger erklärt. Den Bauherrn hat dabei nicht nur das Ergebnis beeindruckt, sondern v. a. auch das frühe Interesse der Planer an der Arbeit der 300 Mitarbeiter. Anstatt eines Raumplans hatte der Bauherr eine Bedarfsliste erstellt, die als Basis für die Grundrissstruktur und den gesamten Entwurf diente.
Die Beschäftigten des RMC entwickeln Technologien und Systeme für Luft- und Raumfahrt, Verkehr, Medizintechnik und vieles mehr. Deshalb nehmen die Labore und Werkstätten fast die gesamte Grundfläche des EGs ein; transluzente Schiebetore aus Polycarbonatplatten trennen einzelne Bereiche ab. Hinzu kommen drei Besprechungsräume, die flexibel miteinander kombiniert werden können. Weitere Labore sind aus Gründen der Statik und der Lärmemission ins UG verbannt. Die beiden OGs nehmen die nötigen Büroräume sowie insgesamt sechs Kommunikationszonen auf. Diese waren dem Bauherrn besonders wichtig, damit auch für informelle Gespräche ausreichend große und adäquate Orte zur Verfügung stehen. Sie sind jeweils in einer anderen kräftigen Farbe gestaltet und treten dadurch deutlich hervor. Ansonsten prägen Grau in Form von Sichtbeton und Metall, weiße Wände und Türen und nur wenig Holz den schlichten, bis ins Detail durchgeplanten Neubau. Vier Innenhöfe, die in Bezug auf die vier erdähnlichen Planeten Erde, Mars, Venus und Merkur gestaltet sind, gliedern den 60 x 64 m messenden Grundriss. Da den innen geführten Fluren zumeist der Sichtbezug nach außen fehlt, fällt die Orientierung im Gebäude nicht ganz leicht.
Die funktionale Aufteilung der Geschosse ist an der Fassade ablesbar: am vollverglasten Sockelgeschoss und den darüber liegenden Büroetagen, die mit drehbaren Sonnenschutzlamellen aus gelochtem Aluminium versehen sind. Der leicht zurückspringende Eingang setzt ein wichtiges Willkommenszeichen und zieht den Besucher förmlich in das offene, drei Geschosse hohe Foyer hinein.
Standort: Münchener Straße 20, 82234 WeßlingArchitekten: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, StuttgartBauzeit: Januar 2013 bis Juni 2015