Besucherzentrum
Lutherstadt Eisleben

Luther-Geburtshaus

Mit einem neuen Besucherzentrum und einem Ausstellungsflügel haben die Architekten das Geburtshaus von Martin Luther in Eisleben ergänzt. Dabei ist ihnen ein kluges Stück Stadtreparatur gelungen – in einer historischen Altstadt, die zwar zum Welterbe zählt, aber unter dramatischem Leerstand leidet. Die Wiedereröffnung des Geburtshaus-Ensembles der Stiftung Luthergedenkstätten ist ein erster Baustein im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt, von der sich Eisleben eine Signalwirkung für die Revitalisierung erhofft.
Mit seiner mal bräunlich-rot mal rauchig-grau changierenden Fassade aus dänischen Ziegeln und großen Glasflächen dient das neue Besucherzentrum künftig als zentraler Anlaufpunkt für Eisleben-Besucher. In den Obergeschossen des Baus, der am Ende einer langen Häuserzeile turmartig emporwächst, befinden sich die großzügigen Büros der Stiftung Luthergedenkstätten – mit Blick auf Luthers Taufkirche.
Der neue Galerieflügel liegt im Garten auf der anderen Straßenseite. Er verbindet die historischen Bauteile des Ensembles miteinander: das 1693 nach einem Stadtbrand wieder aufgebaute, barocke Geburtshaus des Reformators sowie die angrenzende Armenschule von 1817. Hier bedienen sich die Architekten der gleichen Materialsprache wie beim Besucherzentrum, mit Ziegeln, matt-goldenen Fensterrahmen aus eloxiertem Aluminium und schlanken Betonlamellen vor den Glasflächen. Das Ergebnis ist eine unaufgeregte Architektur, welche die Maßstäblichkeit der Umgebung aufnimmt und so die historischen Bauten harmonisch zu einem geschlossenen Museumsrundgang ergänzt.
~Jürgen Tietz
Standort: Lutherstraße 15–17 / Seminarstraße
Architekten: Springer Architekten, Berlin
Eröffnung: März 2007