Bild: Jeschke Architektur&Planung, München, Foto: Sabine Wolf, Stuttgart
Saunen des Jordanbads

Neu in Biberach a. d.  Riss

Sauna- und Architekturgenuss wurden in der neuen Saunalandschaft des Jordanbads kombiniert. Das alte Saunadorf mit seinen drei Holzhütten war nach zehn Jahren Betrieb nicht mehr zu renovieren und wurde deshalb durch drei neue Saunen unterschiedlicher Größe ersetzt. Das neue Hüttendorf, wie die Architektin Christina Jeschke es nennt, gleicht zwar dem alten, mit dem sich die Thermenbesucher identifizierten. Und doch sieht es ganz anders aus: modern, qualitätvoll und in Bezug auf seine Materialien und die Kubatur der Häuser ziemlich ungewöhnlich. Zwei kleinere Saunen für jeweils 25 Personen teilen sich einen Eingang; die große Aufgusssauna, in der bis zu 110 Gäste Platz finden, erscheint von außen wie zwei Häuser, die sich schräg ineinander verschneiden. Zwischen diesen beiden »Doppelhütten« befindet sich das Wasserzentrum mit vielfältigen Abkühlungsmöglichkeiten.

Die Häuser sind aus Beton gefertigt und außen wie innen mit Holz bekleidet. An den Stirnseiten und am Sockel ist der hellgraue Beton sichtbar. Diese Kombination erscheint sehr edel und ist v. a. langlebiger als reine Holzhäuser. Außen wurden als hinterlüftete und vorgefertigte Vorsatzschalen Leisten aus Robinie montiert und zwar mal vertikal, mal horizontal, mit größerem und engerem Abstand. Dadurch wirken die Fassaden nicht zu monoton. Innen findet sich an den Wänden Hemlockholz, die Bänke sind aus Abachi, das sich aufgrund seiner geringen Dichte weniger aufheizt als andere Hölzer. Die Höhe, die durch das steile, um 50° geneigte Giebeldach im Innern entsteht, ist beeindruckend. In Zusammenhang mit den komplett verglasten Stirnseiten ist in den Saunen eine große Weite und Freiheit zu spüren. Der Blick schweift hinauf in den Himmel oder hinaus über den Teich und durch die angrenzenden Grünanlagen, die ebenfalls nach Christina Jeschkes Plänen umgestaltet wurden und den Gästen verschiedene Sitz- und Ruhemöglichkeiten bieten. Da in den Teich Oberflächenwasser fließt, kann er leider nicht zum Baden genutzt werden. Dank der neuen, direkt angrenzenden Tauchbecken ist er trotzdem stärker ins Konzept eingebunden; auch deren Überlaufwasser fließt in den Teich hinein. So überzeugt das Gesamtkonzept mit seiner einfachen Gestaltung und durch die hochwertigen Materialien.
Standort: Im Jordanbad 2, 88400 Biberach an der RißArchitekten: Jeschke Architektur & Planung, München, Prof. Dr.-Ing. C. JeschkeBauzeit: Mai 2015 bis September 2015