… Manching

Kelten Römer Museum
Standort: Im Erlet 2 Architekten: Fischer Architekten, München Fertigstellung: Mai 2006

Manching bei Ingolstadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Dort, wo sich noch bis 500 n. Chr. römische Kastelle und Siedlungen befanden, lag einst auch eine der größten Keltenstädte Europas. So umfangreich und kostbar die Grabungsfunde der letzten fünfzig Jahre auch gewesen sind, von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden diese erst seit Eröffnung des »kelten römer museums manching«. Und das liegt nicht nur an dem unmittelbar im Blickfeld der Autobahn A9 liegenden Baugrundstück, sondern vor allem an der einprägsamen Inszenierung des Museums als überdimensionale Glasvitrine. Die weitläufigen Ausstellungsflächen befinden sich überwiegend im Inneren des von transluzenten bzw. durchsichtigen Glaselementen eingefassten Piano Nobiles. Nahezu gänzlich roh belassene Oberflächen – insbesondere Industrieestrich und Sichtbeton – dominieren dort das Bild und erzeugen unprätentiöse Ausstellungsräume, die sich den hier präsentierten Schmuckstücken, Keramiken und Waffen bereitwillig unterordnen. Trotz der fast schon unterkühlten Strenge wirken diese Bereiche dennoch nicht spannungslos neutral. Dafür sorgen nicht zuletzt auch die zu einer eleganten Dachkonstruktion zusammengefassten Betontrog-Deckenelemente und die wunderbaren Sichtbezüge zur benachbarten Auenlandschaft. Roland Pawlitschko