Apple-Store

… Mailand (I)

~Cecilia Fabiani

In der Fußgängerzone zwischen Dom und Piazza San Babila findet man seitlich der zentralen Shopping-Straße Corso Vittorio Emanuele die neue unterirdische Apple-Filiale. Die Kultmarke aus Cupertino war im Zentrum der modernsten Stadt Italiens bisher nicht mit einem eigenen Store vertreten, und entsprechend hoch lagen die Erwartungen, zumal Norman Foster als Architekt dazugeholt wurde. Sein im (Apple-) Shop-Design durchaus bewandertes Team setzte zusammen mit dem Management der Marke und der Stadtverwaltung die Verwandlung der eher anonymen Piazza del Liberty in eine gelungene städtische Sitzskulptur um.

Wenige, klare Elemente machen den Entwurf aus: beidseitig der Piazza neu gepflanzte amerikanische Gleditschien, eine breite, steinerne Treppenanlage, ein Glasquader, der eine zweite Zugangstreppe und den Aufzug überdeckt, und Wasserfontänen, die auf zwei Seiten den Glasquader mit einem Wasserfall überziehen.

Die unterirdischen Räume sind von hoher ästhetischer und funktionaler Qualität wie man sie von den weltweit ähnlich abgestimmten, die starke Identität der Marke pflegenden Auftritten her kennt. Ausnahmen vom Standardprogramm sind die Wahl des lokalen Steins Beola Grigia für den Innen- wie auch den Außenraum, Tröge mit Feigenbäumen mit umlaufender Polsterbank, Sitzelemente aus Leder und Holz und ganz besonders die extrem angenehme und gekonnte Lichtführung. Man vergisst völlig, dass man sich hier im 2. UG befindet. Die Deckenuntersicht ergibt sich aus der Negativform der breiten Treppe der Piazza, deren Setzstufen verglast sind und gar nicht wenig Licht hineinlassen. Die Setzstufen der schmalen, vom Glasquader überdachten Zugangstreppe sind gleich ganz weggefallen. Die auf ihrer Unterseite mit spiegelndem Stahl bekleideten Stein-Kragstufen geraten leicht in Schwingung, was besonders auf dem unteren, längeren Treppenlauf schnell unangenehm werden kann.

Die Ausführung ist trotz des hohen Schwierigkeitsgrads gut gemeistert – in Italien nicht immer erwartbar –, was mindestens so zu begrüßen ist wie die Wahl pflegeleichter, gut alternder Materialien.

Und: Apple hat das Rennen gegen Starbucks gewonnen; die Marke aus Seattle hat erst im September ihren selbst designten Kaffee-Tempel, den größten in Europa, an der repräsentativen Piazza Cordusio eröffnet.

Standort: Piazza del Liberty, I-20121 Mailand
Architekten:
Foster + Partners, London
Fertigstellung:
Juli 2018


zur Projektvorstellung auf der Website von Foster + Partners, London »