Projekt: Musac
Architekt: Mansillay Tunon

… León (E)

Museum für zeitgenössische Kunst, MUSAC
Standort: Avenida de los Reyes Leoneses, 24 Architekten: Mansilla+Tuñón, Madrid Fertigstellung: 2004, Eröffnung: April 2005

Die Kühnheit des Gebäudes beruht in erster Linie auf dem konsequent verfolgten Entwurfsgedanken. Aus einem distanzierten Regelwerk heraus generierten die Architekten ein repetitives Muster unregelmäßiger Zellen – eine mosaikartige Abfolge aus Quadraten und Parallelogrammen, die sich zu wellenförmigen parallelen Buchten ausweiten. Diese scharfkantig mäandernden »Buchten« zeigen eine eher raue »Tiefgaragen-Ästhetik« mit Sichtbeton in Brettschal-Optik und vorgefertigten Betonträgern.
Den Ausstellungsbereich bildet die lockere Abfolge untereinander verbundener, verschieden langer Einzelräume, die um Skulpturenhöfe herum arrangiert sind und von denen einige in 18 Meter hohen Türmen enden. Diese Abfolge auf der einen und der durch die Eingangshalle mit ihr verbundene Flügel mit den Besucher- und Serviceräumen auf der anderen Seite umrahmen eine großräumige Vorplatzsituation. So kompromisslos und etwas verwirrend wie die Grundrisse und die Oberflächen des Ausstellungsbereiches ist auch die Fassade; opake Scheiben hüllen den Bau in eine verrätselt neblige Transluzenz. Farbige Glaspaneele akzentuieren den Eingangsbereich; die Farbauswahl geht auf die aufgerasterte Ansicht eines Buntglasfensters in der Kathedrale von León zurück und bringt mit ihrer heiteren Buntheit ein Gefühl von Urbanität in die eintönig vorstädtische Umgebung. David Cohn