… Hauzenberg

Granitmuseum
Standort: Passauer Straße 11 Architekten: Brückner & Brückner, Tirschenreuth Bauzeit: September 2003 bis Mai 2005

Hauzenberg, zwanzig Kilometer nordöstlich von Passau, ist nicht mehr nur für Wanderer attraktiv. Das neue Granitmuseum – mitten im Bayerischen Wald, wo vor zwanzig Jahren noch Granit gewonnen wurde – ist ein Erlebnis. Es fährt in den stillgelegten Steinbruch wie ein Metallbohrer und verwächst mit dem Stein. Cortenstahl, Glas und Granit sind die Materialien des Hauses; auf der Talseite schwer und geschlossen wie ein Hünengrab, zum See hin offen wie ein Bergkristall. Mehrfach haben die Tirschenreuther Architekten bewiesen, dass sie mit Granit umzugehen wissen, im Niederbayerischen haben sie ihr Meisterstück abgeliefert. Zyklopische Blöcke tragen Arbeitsspuren à la Rückriem, sorgfältig aufeinander getürmt und geschichtet, dann verbinden sich tonnenschwere Steine durch präzise Bleifugen und bilden schließlich spiegelnde Flächen und Abraumhalden aus Bruch.
Das Museum wird zum Schauraum der einheimischen Granitindustrie. Hauzenberg ist ruppig und elegant, bodenständig und raffiniert zugleich, Estrich geht in Steinboden über, der noch die Spuren der Stahlsäge zeigt, die ihn aus dem Berg geschliffen hat, darüber wölben sich mattschwarze Grafitwände. Gekostet hat das Gebäude weniger als sozialer Wohnungsbau, sagt Peter Brückner, und betrieben wird es mit viel Idealismus von einer privaten Gesellschaft. Oliver Herwig