DEU, Deutschland, Frankfurt am Main, Erweiterungsbau der Europaeischen Schule Frankfurt, erbautmit 98 Holzmodulen der Firma Kaufmann Bausysteme, Architektur von NKBAK Nicole Kerstin Berganski, Andreas Krawczyk 2015
Erweiterung der Europäischen Schule

… Frankfurt a. M.

~Oliver G. Hamm

Hier wird auch Deutsch gesprochen, in erster Line aber Englisch, Italienisch und Französisch. Die Europäische Schule im Nordwesten Frankfurts ist eine von 14 Schulen in sieben EU-Ländern, die v. a. für Kinder gedacht ist, deren Eltern in Einrichtungen der Europäischen Gemeinschaft beschäftigt sind. Dem ständig steigenden Flächenbedarf der seit 2012 bestehenden Schule mit derzeit rund 1 500 Schülern trägt ein Erweiterungsbau für die Vor- und Primarschule Rechnung. Aufgrund des engen Zeitrahmens für Planung und Bau entwarf das ortsansässige Architekturbüro NKBAK mit Unterstützung von Bollinger + Grohmann (Tragwerksplanung) und dem Hochbauamt Frankfurt (Fachplanung HLSE) ein Holzmodulgebäude. Die Module als freitragende Konstruktionen entwickelte die Vorarlberger Firma Kaufmann Bausysteme. Um die erforderlichen Unterzüge mit bis zu 9 m Spannweite realisieren zu können, wurden diese aus industriell gefertigtem Furnierschichtholz (Buche) gefertigt, das im Vergleich zu Nadelholz deutlich schlanker dimensioniert werden kann. Die modulare Konzeption prägt ganz wesentlich die äußere und innere Erscheinung des Gebäudes. Die Fassaden mit ihren großen Fenster- und Türelementen sowie mit Trapezblechbekleidungen aus Aluminium gewähren großzügige Ein- und Ausblicke – und eine gute Belichtung der zehn Klassenzimmer der Vorschule (mit paarweise eingefassten, innenliegenden Sanitärbereichen) und der sieben Klassenzimmer der Primarschule. Ein teilbarer Bewegungsraum und eine Aufwärmküche mit angrenzendem Speisesaal im EG sowie Arbeits-, Mehrzweck- und Lehrpersonalräume ergänzen das Raumangebot. In den Klassenzimmern und auch in den großzügigen Fluren gewährleisten die hellen Holzoberflächen von Wänden und Decken und auch die grauen Linoleumfußböden eine angenehme, »warme« Raumatmosphäre. Farbige Akzente sind den Schülern mit ihrer oft sehr bunten Kleidung, aber auch den drei Treppenhäusern (in Gelb, Grün und Pink) vorbehalten. Mit seinem dreiflügeligen, streng orthogonalen Grundriss bietet der Erweiterungsbau Schülern, Lehrern und auch Besuchern gleichermaßen eine gute Orientierung. Wie lange noch, bleibt allerdings abzuwarten. Denn die Europäische Schule, die auf 2 500 Schüler anwachsen will, wird wohl schon bald um die Suche nach einem neuen Standort nicht herumkommen.
Standort: Praunheimer Weg 126, 60439 Frankfurt a. M.
Architekten: NKBAK (Nicole Kerstin Berganski und Andreas Krawczyk), Frankfurt a. M.
Bauzeit: August 2014 bis Mai 2015
Auszeichnung: Holzbaupreis Hessen 2015, ein erster Preis