Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen / K20

… Düsseldorf

~Christian Brensing

1986 eröffnete die von den dänischen Architekten Dissing+Weitling – dem Nachfolgebüro von Arne Jacobsen – geplante Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Schon dem Begründer der Sammlung und ersten Direktor Werner Schmalenbach wurde in den Jahren danach von der Politik eine Erweiterung des Hauses versprochen, damit sich diese phänomenale Kunstsammlung des 20. Jahrhunderts noch besser präsentieren kann. Es hat dann doch ein wenig länger gedauert, annähernd zwei Jahrzehnte: Nach zweijähriger Bauzeit wurde nun die sanierte und um einen neuen, 4 250 m² großen Flügel erweiterte Kunstsammlung wiedereröffnet.
Die als »heimliche Nationalgalerie« gefeierte Architektur mit ihrer zum Grabbeplatz hin geschwungenen Fassade aus dunkel-blau-braunem Rønne-Granit erscheint auf den ersten Blick fast unverändert. Äußerst behutsam, fast schon ehrfürchtig, wagten sich Dissing+Weitling an die Sanierung und Erweiterung ihres Architekturklassikers. Das vergilbte Polycarbonat der Oberlichter wurde ausgetauscht, im Verbund mit den Ausstellungsarchitekten Kühn Malvezzi, Berlin, wurde eine noch bessere Tageslichtregie gefunden und in den oberen Galerien ersetzt weiß lasiertes Parkett die vormals crèmefarbenen Teppichböden – alles Maßnahmen, die die Kunst noch direkter und unmittelbarer wirken lassen. Darin liegt auch die Qualität der Erweiterung, die außen in Struktur und Material dieselbe Fassadengestaltung wie der Altbau zeigt, nur die Anlieferung ist durch quadratische Metallplatten abgesetzt. Keine spektakuläre, laut gestikulierende Architektur verstellt den Blick: Die beiden neuen, übereinander liegenden, stützenfreien und äußerst schlicht gehaltenen Galerien sind eher räumliche »Werkzeuge« für die Kunst. Die permanenten Installationen und Einbauten von Joep van Lieshout, Olafur Eliasson und Sarah Morris integrieren sich wie von selbst in dieses neue architektonisch-künstlerische Gesamtkunstwerk.
Dem genialen Gründer der Sammlung, Werner Schmalenbach, war diese Freude nicht mehr vergönnt, er starb am 6. Juli, vier Tage vor der Wiedereröffnung.
Standort: Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf Architekten: Dissing+Weitling, Kopenhagen (DK) Wiedereröffnung: Juli 2010