Galerie Café

… Düsseldorf

~Simone Hübener

Die Rahmenbedingungen des Grundstücks: weniger als 100 m² groß, schmal und lang, gegenüber des Notausgangs eines benachbarten Gebäudes gelegen und eingebettet in eine Häuserzeile, die sowohl Ensemble- als auch Denkmalschutz genießt. Der Besitzer des angrenzenden Kaufhauses in der Düsseldorfer Altstadt erwarb den Grund im Jahr 2010 ohne einen genauen Plan, was darauf gebaut werden könnte. Kunstinteressiert ist er; und so entstand die Idee eines Galerie-Cafés, also eines Hauses mit Doppelnutzung: Der Neubau sollte zum einen Gastronomie bieten, zum anderen als Eingang zur neuen, im DG des Kaufhausgebäudes eingerichteten Kunstgalerie dienen – mit einer als Fahrt im gläsernen Aufzug zelebrierten Erschließung.

Dieser Wunsch des Bauherrn mündete in einen komplett gläsernen Bau, der allerdings nicht wie ein billiges Gewächshaus daherkommt, sondern bis ins Detail durchgeplant wurde. Die Anschlüsse an die beiden Nachbargebäude sind präzise ausformuliert, der schräge Verlauf der Glasprofile in der Fassade vermittelt geschickt zwischen den unterschiedlichen Geschosshöhen der beiden Nachbarn. Die 3 m breite, schwenkbare Glasscheibe im EG lässt den Innenraum in der warmen Jahreszeit zum Außenraum werden. Und die dreieckigen Glasflächen des Dachs lockern das fast gänzlich Rechtwinklige auf.

Die neuen 45 cm dicken und bis zu 15 m hohen Seitenwände dienen dem Neubau als Auflager für die Glaskonstruktion und zu den Nachbarn hin als Brandwände. Um die nötige Wandstärke realisieren zu können, ohne das Nachbargebäude zum Einsturz zu bringen, planten die Architekten eine frei stehende Wand mit 8 cm dicken Filigranplatten auf der einen Seite und einer Sichtbetonschalung auf der anderen. Die Wände sind in die Bodenplatte eingespannt, die zwischen 1,75 und – v. a. im Bereich der Aufzugsunterfahrt – 2,80 m dick ist.

Im vorderen EG-Bereich gibt es mittlerweile, im »PIT IN CLUB«, japanisches Streetfood, im hinteren, niedrigeren Teil einen kleinen Laden mit japanischem Steingut und anderen hübschen Accessoires für Küche und Bad. Der Blick von dort unten in den Himmel ist großartig, und Düsseldorf bekam mit diesem luftigen Lückenschluss aus architektonischer und gastronomischer Sicht überzeugenden Zuwachs.

Standort: Kapuzinergasse 24, 40213 Düsseldorf
Architekten:
Corneille Uedingslohmann Architekten, Köln
Bauzeit:
Oktober 2015 bis April 2017