Hauptpforte des Trumpf-Firmengeländes

… Ditzingen – Hauptpforte

~Simone Hübener

Auf dem Gelände wird seit mehr als zehn Jahren pausenlos gebaut. Eine Laserfabrik und ein Logistikzentrum machten 1997 den Anfang. Seither reiht sich für die (verwandtschaftlich mit dem Unternehmen verbundenen) Architekten eine Planungsaufgabe an die nächste.
Im Juli 2007 wurde die neue Hauptpforte fertiggestellt. Das kleine Gebäude strahlt eine Eleganz aus, mit der es seine Nachbarn glatt in den Schatten stellt. Damit die Besucher gleich am Eingang einen Eindruck davon bekommen, womit sich die Firma beschäftigt, verwendeten die Berliner Architekten das Know-how des Unternehmens (Fertigungstechnik) für die Konstruktion des Daches. Insgesamt 32 Meter lang, kragt es zwanzig Meter weit über der Zufahrt aus. Die von hinterleuchteten Öffnungen durchbrochene Abdeckung der Unterseite macht die statische Struktur des knapp sechzig Zentimeter hohen, geschweißten Wabenrostes aus Stahl nachvollziehbar. Vier Stützen, je zwei auf Zug und zwei auf Druck belastet, halten das Dach in seiner Position.
Den Empfangsbereich mit Wartezone und Serviceräumen umgibt eine Fassade, die aus zwei Glasscheiben mit dazwischenliegenden Acrylglasröhren besteht. Von unten nach oben wird diese Hülle immer transparenter, da die Durchmesser der Röhren zunehmen. Die Wände des Servicekerns scheinen so nur schemenhaft nach außen durch. Ein Bestandteil des Bauwerks allerdings will sich in das, bis ins kleinste Detail durchgeplante Ensemble gar nicht einfügen: die Eingangstür. Zu klobig und plump wirkt der breite Stahlrahmen in den Glasscheiben mit ihren dünnen Halterungen, der Holzgriff bringt ein neues Material ins Spiel, das nicht zum Gebäude passt. Dieses Element entspringt der Corporate Identity und wird bei allen Gebäuden von Trumpf eingesetzt. Da die Architekten bereits auf überzeugende Art mit Materialien und Techniken arbeiteten, die das Unternehmen charakterisieren, wäre statt dieser Tür besser eine neu entworfene eingebaut worden.
Standort: Borsigstraße Architekten: Barkow Leibinger Architekten, Berlin Bauzeit: März 2006 bis Juli 2007