… Bern (CH)

Zentrum Paul Klee
Standort: Monument im Fruchtland 3 Architekt: Renzo Piano Building Workshop, Genua Eröffnung: Juni 2005

Renzo Pianos »Zentrum Paul Klee« in Bern – eine Hommage an Klees »Pädagogisches Skizzenbuch«. Am Anfang die »aktive« Linie, »die sich frei ergeht«: in Bern umgesetzt in ein onduliertes Häusertrio. Links Konzertsaal und Kinderkunstschule, in der Mitte zwei Ausstellungsräume, rechts die Verwaltung, verbunden durch die »Museumsstraße«: Eine verglaste Achse, 150 Meter lang, mit Cafeteria, Shop, Kasse. Die gläserne Fassade ist beweglich mit Stahlseilen an den Dachträgern aufgehängt. Ihre Wellen aus Stahlblech sind Sinuskurven. Eine große architektonische Geste für viele kleine Klees – mehrheitlich lichtempfindlich, was Piano nicht kümmerte. Die Glasfront des Hauptausstellungsraums musste nachträglich geschlossen werden. Auch im Verwaltungstrakt ist der Sonnenschutz über den Oberlichtern noch ein Problem. Der Hauptausstellungssaal wirkt wie ein kleiner Flugzeughangar. Wo die Empfindlichkeit der Bilder sich steigert, sorgen leichte, transparente Segel für kontrolliertes Licht. Diese Elemente und die abgehängten, optisch »frei schwebenden« Ausstellungswände wirken im Ganzen wie eine ins Dreidimensionale übersetzte Arbeit von Paul Klee selbst: gesprengte Formen, schwebende, fließende Flächen, es fehlt dieser Infrastruktur nur noch die Farbe, dann würde sie gewissermaßen selbstbezüglich.
Christian Marquart