UniversitŠtsbibliothek der Humboldt-UniversitŠt zu Berlin
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

… Berlin

~Mathias Remmele

Der Neubau der Humboldt-Universität, der die Zentralbibliothek sowie den Computer- und Medienservice der Hochschule beherbergt, überzeugt zunächst durch seine städtebauliche Lösung. Direkt nördlich des Stadtbahnviadukts, zwischen Planck- und Geschwister-Scholl-Straße gelegen, nimmt der kompakte Baukörper die Höhe der Nachbargebäude auf, ehe er nach Süden hin zu einem Zehnstöcker emporwächst. Auf diese Weise konnte die Bibliothek von der Stadtbahn abgerückt und ein urbaner Vorplatz geschaffen werden, an dem der zentrale Zugang zur zweigeschossigen Eingangshalle liegt.
Die Raster-Loch-Fassade mit ihren markanten, vertikal ausgerichteten Fensteröffnungen sei, so der Architekt, vom Bild eines Bücherregals inspiriert. Zugleich sorgt sie im Zusammenspiel mit ihrem hellen Jurakalksteinkleid für eine harmonische Einbettung des Neubaus in seine Umgebung. Die Variation des Fensterrasters reflektiert einerseits die innere Struktur des Gebäudes und sorgt andererseits für eine spannungsvolle rhythmische Gliederung der Fassade, die einen nüchtern-repräsentativen Eindruck vermittelt.
Herz- und Schaustück der Bibliothek ist der terrassierte, über fünf Stockwerke reichende Hauptlesesaal. Der von einer rasterförmig angelegten Oberlichtdecke überspannte, mit Holzpaneelen (amerikanische Kirsche) ausgekleidete Raum strahlt Ruhe und Gediegenheit aus.
Zahlreiche stockwerkshohe Fenster verbinden den Saal visuell mit den ringsherum organisierten Freihand-Büchermagazinen sowie den Service- und Erschließungsräumen.
Leider offenbart sich bereits wenige Wochen nach seiner Inbetriebnahme ein gravierender Mangel des Gebäudes: Es ist dem Ansturm des Publikums kaum gewachsen. Man darf das auch als ein Kompliment an die Architekten verstehen.
Standort: Geschwister-Scholl-Straße 1/3 Architekten: Max Dudler, Berlin Eröffnung: November 2009