Planungen für einen Autohof

Truckerrasten neben der Autobahn

Diplomarbeit von Yasmin Kherad im Sommer 2004 an der Hochschule der bildenden Künste Hamburg, Betreuung: Prof. Andreas Hild, Prof. Christiane Sörensen, Prof. Susanne Weirich.

»Abseits vom Trubel der Autobahn und auf der Suche nach ein wenig Entspannung unter Freunden genießt man hier in aller Gelassenheit seine Ruhepause. Man trifft Freunde, unterhält sich, relaxt und tankt auf für die kommende Fahrt.«
(aus: Autohof Guide 2004)
Vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten werden von Fernfahrern für eine Rast auf dem Autohof genutzt. Viele von ihnen werden so mit der Zeit zu Stammgästen. Während sich Autohöfe bis vor einiger Zeit fast ausschließlich an den Bedürfnissen der Fernfahrer orientierten, hat man inzwischen auch Geschäftsreisende und Familien als Kunden entdeckt. So ist die Vereinigung deutscher Autohöfe e.V. (VEDA) bemüht, das Serviceangebot ihrer Mitgliedsbetriebe entsprechend diesem Kundenkreis zu erweitern. Je nach Größe und Standort des Autohofes kann man neben dem primär notwendigen Tankbetrieb und den Lkw-Stellplätzen insgesamt bis zu 25 weitere Serviceangebote wie Gastronomie und Sportanlagen, Spielhallen oder Fernsehräume nutzen. Für ein geselliges Beisammensein sind die Truckerbars sehr beliebt.
Konzept Ziel ist es, bei Einhaltung vorgegebener Rahmenbedingungen durch Addition und Subtraktion, durch Überformung, Neuordnung und Variation einen Autohof zu entwerfen, der bekannte Motive und Elemente aufgreift und mit neuen kombiniert. Dadurch soll eine Harmonisierung der Situation herbeigeführt werden. Beim Besucher des Autohofs soll ein Gefühl des Vertrauten evoziert und auf eine subtile Art und Weise erreicht werden, dass er erst auf den zweiten Blick die Veränderungen wahrnimmt.
Vorgehen Lkw-Fahrer sind viel unterwegs, pendeln zwischen Orten, sind lange Strecken allein. Der geplante Autohof soll ein Stück »Heimat für unterwegs«, einen vertrauten Ort für die Entspannung zwischendurch schaffen. Um sich dem Thema Heimat im Sinne von »zu Hause sein« zu nähern, sind Wohnhäuser hinsichtlich aufgeführter Details genauer betrachtet worden und durch Verformung Teil des Entwurfes geworden.
Entwurf Bei der Organisation der Anlage wird eine kompakte Lösung angestrebt. Über eine gemeinsame Einfahrt auf den Autohof verteilen sich die Fahrzeuge auf einen Lkw- und einen Pkw-Parkplatz. Das Gebäude mit dem Tankstellenbetrieb befindet sich zwischen den Parkflächen auf einem Sockel. Auf der Lkw-Parkseite begibt man sich über eine Treppe in das Gebäude, während man auf der Tankstellen- und Pkw-Parkseite ebenerdig und behindertengerecht in das Gebäude gelangt. Innerhalb des Gebäudes kreuzen und trennen sich die Wege der unterschiedlichen Besuchergruppen: Während das Erdgeschoss und das 2. OG allen gleichermaßen leicht zugänglich ist, kann der Lkw-Fahrer direkt vom Eingang aus in den Truckerbereich im 1. OG gelangen, der Pkw-Fahrer muss seinen Weg dorthin erst finden. Y. K.