Gewonnen: Mies van der Rohe Award 2009

Mies van der Rohe Award 2009
Den diesjährigen Mies van der Rohe Award for European Architecture haben Snøhetta aus Norwegen erhalten. Ihr Opernhaus in Oslo (s. db 6/2008, S. 79) sei »mehr als ein Gebäude«, hieß es in der Begründung, sondern »ein Geschenk an die Stadt und ein neuer Katalysator für alle Energien Oslos«. Der Nachwuchspreis ging u. a. an das Studio UP für das Gymnasium in Koprivnica (HR) (s. db 1/2008, S. 43).

Stadthafen Senftenberg
Der Senftenberger See soll in den schiffbaren Verbund des Lausitzer Seenlandes integriert werden. Für einen Stadthafen in Senftenberg lobte die IBA Fürst-Pückler-Land einen internationalen Wettbewerb aus, der Freianlagen und dem Hafenbetrieb zugeordnete Gebäude verbindet. Gewonnen hat das Büro bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin/Leipzig, gemeinsam mit den Kölnern Astoc und Ecosystem Saxonia, Dresden. »Der neue Hafen vermittelt zwischen Stadt und See«, sagen die Architekten. »An der Schnittstelle zum See wird die neue (470 m lange) Seebrücke als Teil der Landschaft zum neuen Wahrzeichen.«
Geschwungene Rheinbrücke
Für eine Rheinquerung zwischen Mainz und Koblenz hat das rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerium einen Wettbewerb ausgeschrieben, den die Büros Heneghan Peng Architects, Arup Consulting Engineers und Mitchel and Associates, alle Dublin, gewannen. Teil der Aufgabe war die Berücksichtigung des Unesco-Welterbestatus des Mittelrheintals. Diesem wurde das Team nach Ansicht der Jury mit einer S-förmigen Brücke aus Hohlkastenelementen, die über den Pfeilern auf der Kurveninnenseite jeweils schräg gestellt wurden, gerecht. Was die Unesco davon hält, hoffen die Auslober im Juni bei der diesjährigen Sitzung zu erfahren. Bewohner und Bürgermeister der anliegenden Orte formieren sich jedenfalls zum Widerstand, weil sie befürchten, dass die Querung den gesamten Autoverkehr zum Flughafen Hahn anzieht.
Erweiterung der WTO-Zentrale
Das Stuttgarter Büro Wittfoht Architekten entschied den offenen internationalen Wettbewerb für die Erweiterung der WTO-Zentrale in Genf ohne Gegenstimme für sich. Das Ensemble besteht bislang aus dem ursprünglichen Gebäude von 1926 und einem ergänzten Konferenzraum von 1988. Der Erweiterungsbau, ein langer, transparenter Kubus auf »erdverbundenem Sockel«, hält angemessenen Abstand und wird vom Hauptgebäude aus über eine gläserne Fußgängerbrücke erschlossen. Das Gebäude soll die gültigen »Minergie-P«-Standards unterschreiten und Ende 2012 fertiggestellt sein.
Europäischer Erfinder des Jahres
Für sein Lebenswerk ist der Gründer des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg ausgezeichnet worden. Adolf Goetzberger bekam vom Europäischen Patentamt den Preis für seinen Beitrag zur kommerziellen Nutzung der Sonnenenergie, mit der er den Weg für Solarzellen als überzeugende Alternative zu fossilen Brennstoffen geebnet habe.