Gewonnen

Pritzker-Preis für Wang Shu
Der diesjährige Pritzker-Preis geht an den chinesischen Architekten Wang Shu. Obwohl er bisher ausschließlich in China gebaut hat, wird seine Arbeit international wahrgenommen. 1997 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Lu Wenyu das Amateur Architecture Studio in Hangzhou. Der Name des Büros spiegelt die Haltung der Inhaber wider, architektonische Aufgaben mit der Haltung eines Laien anzugehen: mit Spontaneität, handwerklichen Techniken und auf der Grundlage kultureller Traditionen. Entsprechend orientiert sich Wang Shu auch nicht an westlichen Vorbildern, sondern verankert seine Architektur im Kontext chinesischer Geschichte und Kultur. Zu seinem Werk gehören die Vertical Courtyard Apartments in Hangzhou [11] von 2007, der Ningbo Tengtou Pavilion auf der Shanghai Expo [12] im Jahr 2010 und das Ningbo History Museum von 2008 [13]. Amateur Architecture Studio erhielten bereits zahlreiche Preise, darunter den Schelling Architektur-Preis 2010 (s. db 11/ 2010, S. 10) und die Grande Médaille d’Or der französischen Académie d’Architecture.

Der Pritzker-Preis wird jährlich vergeben. Gestiftet wurde er 1979 von Jay und Cindy Pritzker, den Gründern der Hotelkette Hyatt, und sollte die öffentliche Wahrnehmung von Architektur sowie die Kreativität innerhalb der Profession steigern. Im Gefühl, dass Architektur den Kategorien des Nobelpreises gleichkommt, wurde der Preis mit 100 000 US-Dollar dotiert und auch die Auswahlprozedur dem Nobelpreis nachempfunden. Dazu gehört das Vorschlagsrecht ehemaliger Preisträger, eine internationale Jury und die Wiederaufnahme der bisherigen Kandidaten. Mit dem Preis wird ein lebender Architekt für sein Werk geehrt, der Talent, Vision und Engagement gezeigt und schlüssige und bedeutsame Beiträge zum menschlichen und baulichen Kulturerbe geleistet hat. Er wird im Mai in Peking verliehen.
Auf IT gebaut
Zum elften Mal zeichnete das RKW Kompetenzzentrum Studenten, Auszubildende und Berufstätige aus der Baubranche im Wettbewerb »Auf IT gebaut« aus. In der Kategorie Architektur ging der 1. Preis an Julien Nembrini, Steffen Samberger, Andre Sternitzke und Guillaume Labelle von der UdK Berlin, die ein Programmierungs- und Simulationswerkzeug für nachhaltige Projektentwürfe entwickelt hatten. Nachhaltige Architektur kann hiermit bereits früh mit digitalen Werkzeugen unterstützt werden, z. B. mit Simulationen zum Tageslichteinfall oder thermischen Verhalten.