Ein Revitalisierungsprojekt in Aachens Zentrum

Der »Grashopper« für Aachen

Diplomarbeit von Dominik Hennecke im Wintersemester 2003/2004 an der Fachhochschule Aachen, Fachbereich Architektur; Betreuung: Professor Horst Fischer

Die Konzeptidee, die dem Projekt des »Grashoppers« zu Grunde liegt, ist Revitalisierung durch Rückbau, Umbau und Aufbau eines vor allem durch verkehrstechnische Belange geprägten, städtebaulich undefinierten Areals der 1970er Jahre östlich des Aachener Zentrums.
Nutzungsstruktur Verschiedene, auf dem Areal bereits vorhandene Nutzungen wie eine Volkshochschule, eine Musikschule (die so genannte Klangbrücke), eine Bibliothek, Büroräume aber auch ein städtischer Bushof bieten grundsätzlich Potenzial, sich gegenseitig positiv zu beeinflussen und zu stärken. Damit die einzelnen Elemente tatsächlich in Verbindung zueinander gesehen werden können, bedarf es allerdings einer städtebaulichen und architektonischen Neuordnung, die einen strukturellen und inhaltlichen Zusammenhang zwischen den Gebäuden und ihren Nutzungen sowie den umliegenden Freiflächen und Plätzen herstellt. So sollten u. a. die vorhandenen Raumkanten klarer definiert werden, damit bestehende Stadtplätze eindeutig begrenzt sind und ihnen wieder eine stadträumliche Funktion zugewiesen wird.
Der nun überdachte Bushof wird auf zwei Spuren rückgebaut, die ausreichend sind, die vorhandene Frequenz aufzunehmen. Ein Bürotrakt im südöstlichen Teil und ein Hotel im Südwesten bilden, gemeinsam mit dem Bushof, den südlichen Abschluss des »Grashoppers«; wobei sich der Bushof mit seiner hellen, geneigten Lichtdecke und der gläsernen Erdgeschosszone der Straße zuordnet. Einige Funktionen wie z. B. ein Reisezentrum sind in diesen, zwischen Bushof und Straße angeordneten »Glasvitrinen« untergebracht.
Gestaltete Topografie Den nördlichen Abschluss bildet ein Riegel, in dem sich, in direkter Verbindung zur »Klangbrücke«, die Volkshochschule befindet. Beide Einrichtungen sind strukturell und inhaltlich verknüpft, um Servicebereiche sowie bestimmte Räume gemeinsam nutzen zu können. Außerdembegrenzt der Volkshochschulriegel den gestalteten Landschaftsbereich der sich zwischen den Baukörpern – also auf dem Dach des Bushofes – erstreckt. Dessen Grün überzieht auch die Fassaden sowie die Flächen unter auskragenden Gebäudeteilen, um so eine Verbindung zur Straße zu schaffen. Primäres Ziel ist hierbei eine ruhige Gestaltung des Innenbereiches durch die Ausformung einer Landschaft. Eine breite, Rasen überzogene Treppenanlage bindet den Kurplatz im Westen des Entwurfsgebietes an. Der Kurplatz wird durch eine teilweise Umleitung des Verkehrs entlastet sowie durch ein Wohngebäude gefasst und so wieder als Platz wahrnehmbar. Gleichzeitig kann die Fassade des alten Kurhauses auf den Platz einwirken.
Konstruktiv bindet der »Grashopper« zu großen Teilen den Bestand mit ein und erweitert die konstruktive Struktur in den notwendigen Bereichen. D. H.
Lageplan, M 1 : 10000
Schnitt, M 1 : 1500
Grundrisse, M 1:2000
Westansicht
Südansicht