Foto: Christian Brensing

Brief aus Dubai

~Christian Brensing/dr

Wie eine Fata Morgana erscheint uns manch eine Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), zu denen Dubai als die größte und liberalste zählt. Die dort seit 37 Jahren im November stattfindende Baumesse BIG 5 vermittelt einen realistischen Eindruck der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Region. Jährlich wächst der VAE-Baumarkt um 6,6 %, denn die Staatsmacht hat das ehrgeizige Ziel, bis 2020 u. a. die Einwohnerzahl Dubais von gegenwärtig rund 2,3 auf 3,4 Mio. und der Touristen von jährlich 14 auf 20 Mio. zu erhöhen.
Viele der realisierten und noch entstehenden Bauprojekte, etwa das multifunktionale Opernhaus – erste Entwürfe stammten von Zaha Hadid –, das sich mutig am Burj Khalifa behauptet, künden von dieser wirtschaftlichen und politischen Prosperität, was angesichts der Krisen in der Region besonders hoch zu schätzen ist. Der »Dubai Design District« [7] dagegen ist ein gescheitertes Immobilienprojekt, das mittels architektonischem Renommee gerettet werden soll. Die Investmentruine wird an Designer und Künstler vermietet, bis nebenan Norman Foster seine »Creative City« realisiert hat. Damit soll Dubais erste Design-Community entstehen. Ob dem so sein wird, weiß man erst in einigen Jahren – ebenso beim wohl ambitioniertesten Bauprojekt Dubais, der Expo 2020. Erstmals wird ein arabisches Land diese Mega-Schau ausrichten. Entsprechend optimistisch sind die Pläne: architektonische Schwergewichte (Foster, Calatrava, Grimshaw, BIG) wurden für die zentralen Pavillons verpflichtet. Aber werden die grandiosen Pläne der Wirklichkeit entsprechen? Auf dem Weg dorthin wird die BIG 5 Dubai weiterhin ein guter Indikator sein.