Betrifft: Alltag in …

A. Rossnagel, Wendelstein

Seit Beginn meines Abonnements beobachte ich die Seite »Alltag im Detail« mit Grausen. Das Grausen kommt weniger von den »alltäglichen« Architekturbeispielen als von der Überheblichkeit und Arroganz, mit der hier Architekturkritik geübt wird. Mit treffsicherer und souveräner Kritik an Zuständen, Ideen oder mangelhafter Umsetzung dieser, hat die Art der Darstellung, wie Sie sie üben, nichts zu tun. Im Gegenteil, sie ist Ausdruck für eine Art besserwisserische Arroganz, die Ihrem ansonsten sehr informativen Magazin nicht gut zu Gesicht steht.
Interessanterweise werden auf dieser Seite lediglich Wohngebäude oder fallweise ein kleines Büro dargestellt. Die positiv dargestellten Gebäude im Magazin sind meistens aber Bauaufgaben, um die sich jeder Architekt reißt, wie Schulen, Museen, Bürokomplexe oder Feuerwachen. Insofern ist die Darstellung auch unseriös, als Sie Äpfel mit Birnen vergleichen.
Ich würde mich freuen, wenn Sie in Zukunft auch in diesem Rahmen Ihre Kritik menschenfreundlich, distanziert und ohne den Anspruch »die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben« herüberbringen würden.
wd: Seit vielen Jahren bin ich relativ oft unterwegs, um gezielt jene Bauwerke zu besichtigen, auf die wir in der Regel durch Fotos aufmerksam gemacht wurden. Solche Reisen sind erforderlich, um vor einer Publikation zu verifizieren, ob die Wirklichkeit dem durch Fotos vermittelten Eindruck standhält. Bei solchen Fahrten »über Land« bekommt man meist recht viel Durchschnittliches und Unterdurchschnittliches zu Gesicht. Gegen unauffälligen Durchschnitt habe ich nichts einzuwenden. Das ist die Folie, vor der Hervorragendes noch ein wenig mehr zu glänzen vermag. Ich mag mich allerdings nicht damit abfinden, dass sich dem Auge weit mehr Verkorkstes als Gelungenes bietet. Immerhin gibt es in der Republik weit mehr als 100.000 Architekten (deutlich mehr als praktische Ärzte).