Öffentlicher Raum am Hafenufer

Perlenkette

Erweiterung der Königlichen Bibliothek
200 000 Bücher, die jedem zugänglich sind, rund 300 Leseplätze, ein Restaurant, ein multifunktio1 Erweiterung der Königlichen Bibliotheknales Auditorium und ein Buchladen. Ein zentraler Lichthof, der sich nach oben weitet und sich zur alten Hafeneinfahrt hin öffnet, erschließt alle diese Angebote. Die Übergänge zu den verschiedenen Nutzungen sind fließend. Der Erweiterungsbau bildet einen prägnanten Blickpunkt am Hafen und ist geschickt mit dem Altbau (H.J.Holm, 1906) über eine Brücke im zweiten Obergeschoss verbunden. Das mit schwarzem Granit aus Simbabwe bekleidete Prisma des Neubaus nennt der Volksmund »den sorte diamant« (Schwarzer Diamant).
Architekten: Schmidt Hammer Lassen, Århus zusätzliche Nutzfläche: 21 000 m² Wettbewerb: 1993, 1. Preis Bauzeit: 1995–99
Opernhaus
Der dänische Schiffsmagnat Mærsk Mc-Kinney Møller stiftete das neue Opernhaus 2004 dem dänischen Staat. Am Endpunkt der historischen Achse von der Marmorkirche über Schloss Amalienborg gelegen, bietet es einen fantastischen Blick auf die Skyline der Stadt. Der Bau vereint zwei architektonische Elemente unter dem ausladenden Dach: ein leichtes Foyergebäude, in dem ein Auditorium untergebracht ist, dahinter ein massiverer Baukörper mit der Studiobühne (für zweihundert Zuschauer), diversen Proberäumen für Chor, Orchester, Solisten und Ballett sowie den 81 Garderoben, Werkstätten und Verwaltung. Mit seinen sechs unterschiedlich nutzbaren Bühnen kann das Haus ein Repertoire von Oper bis Ballett bieten und besitzt im großen Saal (1641 Plätze) eine Akustik von Weltrang.
Bauherr: A.P. Møller und Hustru Chastine Mc-Kinney Møller Stiftung Architekten: Henning Larsen Architects, Kopenhagen Bauzeit: 2001–04
Hafenbühne
Eine der ersten und größten schwimmenden Bühnen der Welt: Die Architekten fanden die Form in den für Industriehäfen so typischen Kränen. Konstruktiv besteht die Bühne aus einer Betonwanne mit Asphalt- und Estrichbelag und einer transparent gedeckten Stahl-Dachkonstruktion. Das schwimmende Theater hat eine Fläche von 315 Quadratmetern für Theater, Konzerte und andere Veranstaltungen. Toiletten und Garderoben für Mitarbeiter und Künstler liegen unterhalb der Wasserlinie. Die Bühne kann überall, wo es erlaubt ist, andocken und beansprucht an Land Platz für das Publikum und Verbindungsstege. Im Hafengebiet wurden sechs Treppen angelegt, an denen die Bühne problemlos festmachen kann.
Bauherr: Nykredit Ejendomme A/S, Kopenhagen Architekten: fischer+design; Studio Christian Bjørn; 11 design Tragwerksplanung: Carl Bro A/S, Glostrup Abmessungen: 21x15x12 m; Gesamtfläche: 315 m² bespielbar: Mai bis Oktober Einweihung: August 2005
Neues Königliches Schauspielhaus
Im alten Theatergebäude »Gamle Scene« verblieb von den drei Theatersparten einzig das Königliche Ballett. Das Königliche Schauspielhaus durfte in ein Gebäude am Hafen umziehen, das zugleich als effiziente »Theater-Maschine« aber auch als respektvolle Vervollständigung der umgebenden Stadt in Erscheinung tritt. Das Gebäude besteht aus drei Elementen: Die öffentlich zugängliche Promenade aus Eichenholz schwebt auf dünnen Stützen über dem Wasser und erschließt das Foyer mit seinem Panoramablick auf Hafen und historische Skyline. Der Bühnenbau, mit Auditorium und drei (Kammerspiel-)Bühnen, nimmt mit grobem Klinker und einem kupferverkleideten Turm den Materialcharakter des Hafengebietes auf. Das ausladende und alles überspannende »Dach-Geschoss« enthält Personalräume und gibt durch die Verglasung in unterschiedlichen Grüntönen in alle Richtungen spektakuläre Blicke frei. Es bestehen Überlegungen, das Schauspielhaus mit der Oper auf der anderen Seite des Hafenbeckens durch einen Fußgänger- und Fahrradtunnel zu verbinden.
Architekten: Lundgaard & Tranberg Arkitekter, Kopenhagen Tragwerksplanung: COWI, Kongens Lyngby Einweihung: Februar 2008
Hafenbad
Das Hafenbad wurde 2002 im Industriehafen Islands Brygge eröffnet. Fünfzig Jahre zuvor war das letzte öffentliche Freibad in Langebro wegen unzureichender Wasserqualität geschlossen worden. Die Anlage ruht auf Pontons und umfasst normale Schwimmbecken, unterschiedlich geformte kleine Kneipp-Becken sowie Tauchbecken mit drei bis fünf Meter hohen Sprungbrettern. Nicht nur das lange Rechteck des Beckens mit begleitenden Holzstegen erinnert an einen Passagierdampfer. Der Sprungturm sieht aus wie der Bug eines Schiffs, der Rettungsturm wie sein Schornstein.
Das Hafenbad ist Bestandteil des Hafenparks (Havneparken), einer ausgedehnten Grünfläche, die auf die Initiative von Anwohnern hin angelegt wurde und eine Verbindung zum neuen Quartier Havnestaden schafft. Die Kopenhagener haben das Bad sofort angenommen und gehen jetzt mit Schwimmzeug im Aktenkoffer zur Arbeit – für den Fall, dass sie Lust zum Baden bekommen.
Bauherr: Lokale- og Anlægsfonden / Stadt Kopenhagen Architekten: PLOT (heute Büros BIG und JDS) Eröffnung: 2003
Kalvebod Bølge
Die Architekturbüros JDS und KLAR wurden nach einer Ausschreibung der Stadt mit der Neuordnung der Hafenkante an der Kalvebod Brygge beauftragt, die bis 2010 abgeschlossen sein soll. Das wegen seiner Form »Bølge« (Welle) genannte Gebiet soll als Freizeitzone mit Spazierwegen, Flächen zum Sonnenbaden und Wassersportmöglichkeiten genutzt werden.
Bauherr: Lokale- og Anlægsfonden / Stadt Kopenhagen Architekten: JDS (Julien de Smedt Architects), Brüssel; KLAR (Kontor for landskap og arkitektur), Kopenhagen; Future Experience; U-turn; WWAP (White Water Adventure Park) Beratende Ingenieure: Sloth Møller A/S, Valby Umfang: 8500 m²
Frøsilos
Ungewöhnlich aber naheliegend – ursprünglich hatte der Bauherr vor, die beiden runden Getreidesilos durch mehrere Zwischendecken aufteilen zu lassen. MVRDV gingen die Aufgabe von der anderen Seite an und hängten die Wohnungen als eine zweite Hülle aus Glas von außen an die Zylinder. Dadurch sind die Räume sehr hell und vermitteln das Gefühl, draußen zu sein. Der freie Raum im Innern der Silos stellt nun eine industrielle Version des Atriums dar, gedeckt mit transluzentem Kunststoff. Hauptgrund für diese von innen nach außen gestülpte Konstruktion waren die verhältnismäßig fragilen Silowände: Große Fensteröffnungen hätten deren Tragfähigkeit zu sehr gemindert. Die 84 Luxuswohnungen sind zwischen 90 und 200 Quadratmeter groß, etwa ein Drittel davon ist Balkonfläche.
Bauherr: NCC, Kopenhagen (Investor) Architekten: MVRDV, Rotterdam Fertigstellung: 2005
Bryggebro
Mit der Bryggebro erhielt Kopenhagen nach fünfzig Jahren eine weitere Brücke über den Hafen. Sie streckt sich wie ein leichter Bogen von Havneholmen nach Islandsbrygge und schafft damit eine Abkürzung für Fußgänger und Radfahrer. Die Bryggebro ist eine Drehbrückenkonstruktion über zwei Fahrrinnen mit einer festen Anlegestelle für Hafenbusse und kleinere Schiffe sowie einem drehbaren Kragarm für die Passage großer Schiffe.
Bauherr: Københavns Kommune, Vej og Park Architekt: Dissing+Weitling arkitektfirma A/S, Kopenhagen Tragwerksplanung: Carl Bro Gruppen, Glostrup Länge: 190 Meter Eröffnung: September 2006
Havnegade
Jahrelang war der fünfhundert Meter lange Abschnitt zwischen der Christian-IV.-Brücke und Nyhavn vom Fährverkehr nach Malmö und einer Metro-Baustelle geprägt. Nachdem dieses Gebiet nun frei geworden ist, steht der Umwandlung in einen städtischen Erholungsbereich mit direktem Zugang zum Wasser nichts mehr im Wege. Hier soll eine Hafenpromenade entstehen, die sowohl die unmittelbare Nachbarschaft aufwertet als auch für die ganze Stadt ein neues Aushängeschild neben dem beliebten Nyhavn bildet.
Offizieller Beginn der Reorganisation: Juni 2008
Dänisches Architekturzentrum (DAC)
Die Hafenkante zwischen der Königlichen Bibliothek und der Langebro-Brücke kann in vielerlei Hinsicht als vergessener Teil der Stadt bezeichnet werden. Diesen letzten nicht entwickelten Teil des Hafens soll nun das Architekturzentrum aktivieren. Die Erwartungen in dieses Projekt sind enorm. Der Bau soll als »urbaner Motor« alle Probleme in diesem Gebiet lösen, einschließlich des fehlenden urbanen Lebens und fehlender Abgrenzungen zwischen Stadträumen und einer stark befahrenen Straße, die durch ein sehr komplexes Baugebiet führt und die Stadt vom Wasser trennt. Außer neuen Flächen für das Dänische Architekturzentrum soll das Gebäude Wohnungen, Büros für den Investor Realdania und andere Firmen, ein Restaurant, ein Café und drei Spielplätze umfassen.
Architekten: Rem Koolhaas/OMA*AMO, Rotterdam Einweihung: voraussichtlich 2013
DFDS Fährterminal
Drei Fähren, 2000 Passagiere und 400 Pkws oder 130 Lkws können gleichzeitig abgefertigt werden. Das Gebäude ist eine langer glasverkleideter Tubus mit zwei Ebenen, der auf kräftigen schwarzen Betonstützen ruht. Die Glaselemente sind unterschiedlich transparent und erzeugen im Innenraum eine Atmosphäre von Leichtigkeit. Die Gebäudeform entstand aus der Vorgabe, alle Stationen, die die Passagiere zur Abfertigung durchlaufen, in einem Bau unterzubringen. In vielen Fährterminals müssen die Passagiere von der Kasse bis zum Schiff weite Wege über Rampen und Flure zurücklegen. Hier sind ständig Gruppen ankommender oder abreisender Menschen in beide Richtungen unterwegs. Die Wartebereiche sind einfache Aufweitungen des Korridors, die als aluminiumverkleidete Boxen aus der Fassade hervortreten.
Bauherr: Hafenbehörde Kopenhagen Architekten: 3XN, Århus/Kopenhagen Tragwerksplanung: COWI, Kongens Lyngby; Birch & Krogboe Nutzfläche: 5300 m² Fertigstellung: 2004
The LM Project
Das Gelände rund um den Fährhafen wird auf der Grundlage des Masterplans von 3XN zu einem neuen Stadtquartier ausgebaut. Eine zukünftige UN-City soll hier entstehen sowie 25 000 Quadratmeter Wohnfläche und weitere 55 000 Quadratmeter für kommerzielle Nutzungen.
Im November 2008 gewann Steven Holl den Wettbewerb für eine Landmarke, die den Eingang zum Fährhafen markiert. Der Entwurf sieht für die Enden der beiden Landzungen Marmormolen und Langelinie jeweils einen in sich stark differenzierten Turm vor. Die beiden in 65 Metern Höhe im stumpfen Winkel aufeinandertreffenden Schrägseilbrücken will der Architekt als »Handschlag« verstanden wissen.
Entwurf: Steven Holl Architects, New York