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essays
Fazlur Rahman Khan (1929–1982)
Wegbereiter der Second Chicago School
Fazlur Rahman Khan arbeitete als Ingenieur und Tragwerksplaner im Chicagoer Architekturbüro SOM und hat durch seine Überlegungen und Entwicklungen nicht nur den Hochhausbau revolutioniert, sondern auch die Architektur des 20. Jahrhunderts in den USA wesentlich beeinflusst.
1953 in Aalen geboren. 1974–80 Bauingenieur- und Architekturstudium an der Universität Stuttgart. 1987 Promotion. 1987–91 Mitarbeit bei Schlaich, Bergermann & Partner, Stuttgart. Seit 1991 eigenes Ingenieur- und Designbüro mit Standorten in Stuttgart, Frankfurt, New York und Moskau. Professor in Stuttgart und Gastprofessor in Graz und Harvard.
Urbane Akupunktur
Netzwerke der Stadtlandschaft
Für die Transformation und Weiterentwicklung
der vorhandenen Stadt, die über die funktionale Neubelegung auch die symbolische Neubewertung von Räumen mit einbezieht, werden Strategien entwickelt, die an die Netzwerke der Stadtlandschaft andocken und dem Akupunktur-Modell folgen.
Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar
sind Gründer von Hybrid Space Lab und Partner von invOFFICE for architecture, urbanism and design. Die Projekte »11enhainbochum«, »Water Mobili«, »Fluss Stadt Land« wurden von ihnen erarbeitet.
Ove Nyquist Arup (1895–1988)
Charismatischer Virtuose
Die db-Reihe »Ingenieurportät« endet in diesem Heft mit dem Lebensweg und -werk von Ove Arup. Dessen Büro Arup & Partners, das er mit 51 Jahren gründete, um sowohl als Ingenieur als auch Architekt arbeiten zu können, feiert dieses Jahr das sechzigjährige Bestehen.
1989 M.A. als Kunsthistoriker am Royal College of Art, London, bis 1990 dort Assistant Lecturer. 1990–92 Zaha Hadid Architects, 1993–2004 Ove Arup & Partners, Berlin und London, 2004–05 CBP Consulting Engineers, München. Seit 2006 freischaffender Berater und Autor.
Ingenieur aus Leidenschaft
Ingenieurporträt: Ulrich Finsterwalder
Sein Leben und seine Arbeit waren begleitet vom Ersten und Zweiten Weltkrieg: Nach Kriegsgefangenschaft und Beendigung des Studiums startete der junge Bauingenieur schnell seine Laufbahn bei Dyckerhoff & Widmann, wurde schließlich Chefingenieur und Gesellschafter der Großfirma und übernahm die Aufgabe des Wiederaufbaus der Konstruktionsbüros nach dem Zweiten Weltkrieg. Jahrzehntelang war er an zahlreichen Projekten und Bauten maßgeblich beteiligt.
1943 in Istanbul geboren. Studium des Bauingenieurswesens an der TU Berlin. Mitarbeiter im Büro Polónyi in Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Dortmund; seit 1986 Professor für Tragkonstruktionen an der Hochschule Konstanz HTWG, Fakultät für Architektur und Gestaltung.
Zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge über die Gestaltung von Ingenieurbauten und über die Geschichte des Ingenieurbaus.
Betonbaumeister und Begründer des »Ferro-Cemento«
Ingenieurporträt: Pier Luigi Nervi
Italiens bekanntester Ingenieur Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte aus Gründen der Wirtschaftlichkeit verschieden einsetzbare »Ferro-Cemento«-Elemente – und schuf damit zugleich auch eine eigenständige und ausdrucksstarke Architektur- und Formensprache.
1968 geboren. Studium Bauingenieurwesen. 1994–95 Ingenieurin bei Boll und Partner, Stuttgart. 1995–2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Konstruktion und Entwurf II, Universität Stuttgart, 1997–2004 Lehrauftrag für Baukonstruktion an der Staatlichen Akademie der Künste, Stuttgart. 2001–04 Kuratorin der Ausstellung »leicht weit – Light Structures«, DAM Frankfurt. 2004 Promotion »Zur Morphologie komplexer Formen im Bauwesen«. Seit 2004 wissenschaftliche Assistentin, Fachgebiet Massivbau, TU Berlin.
Soft Urbanism
Kommunikationsnetz von Stadtentwicklung und Massenmedien
Soft Urbanism steht für ein interdisziplinäres Arbeitsfeld, das die »soften« Aspekte, die Kommunikationsaspekte, einer Stadt untersucht und sich mit dem Zusammenspiel von Stadtentwicklung und dem Raum der Massenmedien und Kommunikationsnetze beschäftigt. Soft Urbanism verfolgt dabei »weiche« Planungsansätze und ist als ganzheitliche Betrachtung von Urbanität für die Stadt im Wandel sowohl in schrumpfenden als auch in Wachstumsregionen von Bedeutung.
Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar sind Partner von invOFFICE for architecture, urbanism and design
Wegbereiter des innovativen Leichtbaus in Lehre, Forschung und Praxis
Ingenieurporträt: Mamoru Kawaguchi
Mamoru Kawaguchi gehört zu den bedeutendsten Ingenieuren in Japan. Bezeichnend sind vor allem seine herausragenden, weit gespannten Tragwerke, etwa Schalen oder Hängedächer, und sein Umgang mit pneumatischen Konstruktionen und Leichtbauprinzipien.
1934 geboren. 1953–59 Studium der Architektur und des Bauingenieurwesens an den TU Stuttgart und Berlin. 1959–60 Assistent und Dozent für »Statik und Stahlbeton« am Case Institute of Technology, Cleveland, Ohio, USA. 1963 Promotion. 1963–79 Mitarbeit im Büro Leonhardt und Andrä, Stuttgart. Seit 1980 Büro Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart. Ab 1967 Lehrtätigkeit, 1974–2000 Leitung des Instituts für Massivbau an der Universität Stuttgart.
Brückenbauer des 20. Jahrhunderts in den USA
Ingenieurporträt: Othmar Ammann
Eine gute theoretische Ausbildung, Können, aber auch etwas Glück, machten ihn zum Spezialisten für die Konstruktion von Stahlbrücken – doch ursprünglich hatte er bescheidenere Pläne: Der Schweizer ETH-Absolvent Othmar Ammann reiste 1904 nur zu Studienzwecken und um Erfahrungen zu sammeln in die USA und wollte bald wieder zurückkehren. Dann kam alles anders: Er konnte in mehreren renommierten Ingenieurbüros mit den damals besten Brückenbauern der USA arbeiten und schließlich selbst große Brückenprojekte verwirklichen.
1943 in Istanbul geboren. Studium des Bauingenieurswesens an der TU Berlin. Mitarbeiter im Büro Polónyi in Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Dortmund; seit 1986 Professor für Tragkonstruktionen an der Hochschule Konstanz HTWG, Fakultät für Architektur und Gestaltung.
Zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge über die Gestaltung von Ingenieurbauten und über die Geschichte des Ingenieurbaus.
Wegbereiter und Anwender der industriellen Vorfertigung, Konstrukteur des Kristallpalastes
Ingenieurporträt: Joseph Paxton
»Die Menschheit wird eine völlig neue Art von Architektur hervorbringen, sobald die von der Industrie neu geschaffenen Methoden angewandt werden. Die Verwendung von Eisen erlaubt, ja erzwingt viele neue Formen, die man bei Bahnhöfen, Hängebrücken und Wölbungen von Treibhäusern sehen kann«, erklärte Gautier 1850. Nur ein Jahr später entstand diese »völlig neue Art«: Der Londoner Kristallpalast gilt als eines der wichtigsten Gebäude der Architektur – entwickelt von Joseph Paxton, ursprünglich Gärtner.
1969 geboren. 1990–96 Bauingenieurstudium an der TU Darmstadt und Universidade de Coimbra, 1997–2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt, 2001 Promotion im Bereich Konstruktiver Glasbau. Anschließend Mitarbeiter bei Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart; seit November Mitarbeiter im Ingenieurbüro Goldschmidt Fischer und Partner, Heusenstamm.
High-Tech mit irischem Hintergrund
Ingenieurporträt: Peter Rice
Als Ingenieur und langjähriger Mitarbeiter im Büro von Ove Arup hat Peter Rice in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts bei den unterschiedlichsten Gebäuden mitgewirkt, die Oper in Sydney stellt dabei nur den Beginn seiner Karriere und seines Schaffens dar. Immer wieder hat er sich mit einer neuartigen Anwendung der Materialien und verschiedenartigen Konstruktionen befasst. Mit ihm entstanden die ersten, weltweit bekannten High-Tech-Gebäude wie etwa das Centre Pompidou.
1968 geboren. 1988–1994 Studium Bauingenieurwesen, Universität Stuttgart, 1994–95 Ingenieurin bei Boll und Partner, Stuttgart, 1995–2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Konstruktion und Entwurf II, Uni Stuttgart, 1997–2004 Lehrauftrag für Baukonstruktion an der Staatlichen Akademie der Künste, Stuttgart. 2001–2004 Kuratorin der Ausstellung »leicht weit – Light Structures«, DAM Frankfurt, 2004 Promotion »Zur Morphologie komplexer Formen im Bauwesen«. Seit 2004 wissenschaftliche Assistentin, Fachgebiet Massivbau, TU Berlin.








