neu in ...
... Braunschweig
Gymnasiumserweiterung
| standort: | Breite Straße 3-4, 38100 Braunschweig |
| architekten: | KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt a. M./Braunschweig |
| Fertigstellung: August 2011 | |
Das Martino-Katharineum kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zwei 1415 gegründete Lateinschulen wurden 1828 zu einem Gesamtgymnasium vereint und gut 40 Jahre später durch einen Neubau auch räumlich zusammengefasst. Die Umstellung auf Ganztagsbetrieb erforderte nun abermals eine Neuordnung bzw. Erweiterung der Anlage. Das ehemalige Hausmeisterhaus ist gewichen. Der Neubau an seiner Stelle bildet zusammen mit der benachbarten Aula als Tor den Zugang von der Breite Straße her und gibt der Lehranstalt ein neues Gesicht. Höhe und Tiefe korrespondieren mit dem anliegenden Saalgebäude, Farbe und Material orientieren sich an den Sandstein- und Putzfassaden des Baubestands der historischen Altstadt. Der kalkfarbene Modellierputz in Besenstrichtechnik, der auch die Fluchttür überzieht und diese somit elegant kaschiert, verleiht dem Kubus eine grobe aber sinnliche Struktur. Der Klopftest bestätigt: Wärmedämmverbundsystem. Eine beinahe 1 cm dicke, stoßfeste, bis zur Höhe von 2 m gezogene Putzträgerplatte soll die bei dieser Art von Konstruktion häufig auftretenden Oberflächenschäden vermeiden. Obgleich er durch Größe, Form und Material gut ins Stadtgefüge integriert ist, gibt sich der Würfel selbstbewusst als zeitgenössisches Werk zu erkennen. Aufgesetzte weiße Faschen aus Recyclingglas unterstreichen die unregelmäßige Anordnung der Fensteröffnungen. Während sich der nicht unterkellerte Stahlbetonbau zur Straßenseite hin fast komplett verschließt, öffnet er sich zur Hofseite hin großzügig. Von hier betritt man das zweigeschossige, über die komplette Höhe verglaste Foyer, an das sich ein Veranstaltungssaal anschließt. Eine offene Treppe führt in die beiden OGs, wo Mediathek mit Computerarbeitsplätzen, Lehrmittelsammlungen, Musik- und Gruppenräume untergebracht sind. Im Gegensatz zum streng orthogonalen Äußeren orientieren sich die Innenräume an der diagonalen Sichtachse zum Portal des Hauptgebäudes. Das so zur quadratischen Grundfläche verdrehte Gefüge erleichtert die Organisation der Zimmer nicht unbedingt. Dank der zurückhaltenden Weiß- und Grautöne des Interieurs mit roten Farbakzenten als Raumnummern, Treppenhauswand und Einbauten können die Pennäler ihren Aufenthalt dennoch als angenehm ruhig empfinden.
Hartmut Möller








