Stadtbausteine_Coverdaten_2D.jpg

Stadtbausteine

Elemente der Architektur. Von Christoph Mäckler, Frank Paul Fietz und Saskia Göke (Hrsg.). 240 S., Hardcover, 38 Euro, Dom Publishers, Berlin 2016

~Simone Hübener

Die Ideen, die hinter der ein oder anderen Buchpublikation stecken, sind erstaunlich – und können gleichzeitig überzeugen. So auch bei diesem Buch, das uns 72 verschiedene »Stadtbausteine«, wie Erker, Treppen, Höfe und Hauseingänge präsentiert. Dargestellt werden sie immer als Bildpaar, das von einem Architekten ausgewählt und bereits in der gleichnamigen Dortmunder Architekturausstellung gezeigt wurde: ein sogenanntes »Lieblingsbild« und eines des eigenen Schaffens. Die Aufmerksamkeit der Leser soll auch im Stadtraum auf diese Details gelenkt werden, nach denen »die Qualität eines Hauses bemessen wird«, wie im Vorwort beschrieben. Begleitet werden die Bilder nur von kurzen Bildunterschriften. Die Antwort auf die Frage, ob das neue Werk des Architekten dem Vorbild auf Augenhöhe begegnet, überlassen die Herausgeber erfreulicherweise dem Betrachter. Um sich seine eigene Meinung zu bilden, muss man sich Zeit und Ruhe nehmen. Dabei stellt man fest, wie unterschiedlich das Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit sein kann. Mal liegen sie nahe beieinander, das Ergebnis ist also gelungen, wie der Eingang des Hauses Schützendorf in Koblenz von Johannes Götz und Guido Lohmann zeigt. Die Architekten, die zu kopieren versuchten, scheiterten oftmals. Das Neue wirkt wie ein gesichtsloser Abklatsch des Bestehenden, so z. B. der Innenhof der Hutfabrik in Berlin von Thomas van den Valentyn. Bevor der Leser zu diesen Bildpaaren gelangt, steht ihm noch die Möglichkeit offen, die Einleitung von Christoph Mäckler, dem Leiter des Deutschen Instituts für Städtebaukunst als Mitherausgeber des Buchs, zu lesen. Ausgewählt wurde dafür ein Auszug aus einem Vortrag Mäcklers, den er bereits vor zwölf Jahren gehalten hat. Man hätte sich für dieses Buch einen aktuelleren Text gewünscht; so entsteht der Eindruck, als hätte niemand einen neuen Beitrag verfassen wollen. Das ist schade, denn diese Neuerscheinung und die darin abgebildeten Fotografien sind es ansonsten wert gelesen und betrachtet zu werden.