Dem Schimmel vorbeugen

»Prävention« lautete das Motto des 7. Würzburger Schimmelpilz-Forums, und so ging es dieses Jahr in zahlreichen Vorträgen ganz konkret um den Umgang mit Schimmel in Gebäuden. Sehr erhellend war z. B. der Werkbericht des Raumlufthygienikers Bernd Tilgner der Stadt Nürnberg, der von seinen Erfahrungen berichtete und sehr pragmatische Lösungsvorschläge hatte, etwa: wenn in einer über hundert Jahre alten Schule »plötzlich« Schimmel auftritt, sich zu fragen, ob sich in der Nutzung etwas geändert haben könnte. Das war der Fall: In einem wenig belüfteten Keller wurde ein Unterrichtsraum eingerichtet, der für zwei Stunden am Tag geheizt, anschließend abgeschlossen und die Heizung heruntergeregelt wurde. – Weiß doch jeder, was dann passiert, sagt man sich – doch genau dieses Verhalten offenbart, dass beim durchschnittlichen Nutzer immer noch viel zu wenig Bewusstsein für solche Zusammenhänge vorhanden ist.

Was das Forum von vergleichbaren Veranstaltungen unterscheidet, ist der wissenschaftliche Zugang – weit weg vom Alltag, doch als Grundlage sehr hilfreich. Der Einführungsvortrag des Biologen Christoph Trautmann zum »Öko-System Schimmel« machte z. B. klar, warum man Schimmel immer vollständig entfernen sollte, und der Blick auf Mykotoxine (Pilzgifte) von Manfred Gareis, Lehrstuhlinhaber für Lebensmittelsicherheit an der LMU München, führte vor Augen, wie wenig Menschen – im Gegensatz zu essbaren Tieren – noch davor geschützt sind.
Die Beteiligung des Publikums war diesmal besonders lebhaft, auch weil wieder viele »Neulinge« dabei waren, die sehr konkrete Fragen an die Referenten stellten, z. T. auch heftig widersprachen – das Thema Prävention hatte offenbar wieder einen Nerv getroffen. Sicher ist das auch ein Zeichen dafür, dass Schimmel als Problem doch immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Hilfreich: Die Hochschule Mainz und die Donau-Universität Krems (A) berichteten kurz vom neuen Zertifikatslehrgang »Schimmelbeauftragter« für Studiengänge vom Bau- bis zum Wirtschaftsingenieurwesen, der gegenwärtig von 30 Teilnehmern getestet wird und zum kommenden Wintersemester starten soll. ~dr