Gewonnen

VfA-Studentenwettbewerb 2017
Welche Anforderungen an die gebaute Umwelt ergeben sich aus dem neuen, »fluiden« Verhältnis von Mensch und Arbeit? Diese Frage zu beantworten, war Aufgabe des diesjährigen Wettbewerbs der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands (VfA) – Titel: »Dynamic Workspace« –, der am 20. April u. a. mit zwei 1. Preisen abgeschlossen wurde. Über keine andere Arbeit habe man so »ausgiebig gestritten« wie über »Travaillez jamais!« [10] von Nick Förster und Janina Sieber von der TU München, teilte die Jury mit. Kein Wunder: Hier erfasst die Ausdehnung von Arbeitsräumen als »rhizomatischer Prozess« entlang von Straßenzügen kreativer urbaner Gegenden nach und nach Büros, Wohnungen, Cafés und Freiräume.
»Eine gut durchgearbeitete Planung, die sich klug mit einer konkreten Aufgabenstellung auseinandersetzt«, lautete dagegen das Urteil der Jury zum zweiten 1. Preis. Pia Gesenhues und Lisa-Marie Schwuchow von der Leibniz-Universität Hannover nannten ihren städtebaulichen Entwurf auch nur schlicht »Productive Workspace«. Durch Nachverdichtung und Aufwertung entsteht hier aus einem Gewerbegebiet ein gemischtes Quartier mit Wohn-, Arbeits- und Freizeit-Nutzungen »in einer neuen räumlichen Qualität«.
HÄUSER-AWARD 2017
»Die spektakulärsten Einfamilienhäuser Europas« wurden beim Preis der Zeitschrift HÄUSER ausgezeichnet. Besonders spektakulär ist der 3. Preis, der an das Haus P [11] in Oberreute im Allgäu ging. Hier interpretierte das Stuttgarter Büro Yonder regionale Bautraditionen neu: Massives Sockelgeschoss, hölzerne Obergeschosse, ein flaches Satteldach, die dunkle Fassade und das Interieur aus Holz erinnern an traditionelle Bauernhäuser der Region, doch die brachiale Teilung des Baukörpers, die gekippten Wände und die großen Glasflächen verorten es in der Gegenwart.
Neben den drei Hauptpreisen wurden je ein Sonderpreis Interior und Außengestaltung vergeben. Diese und weitere 17 Projekte sind im Buch »Spektakuläre Häuser«(DVA) von Bettina Hintze dokumentiert.
architekturbild 2017
Schön finden wir die Bilder wieder nicht, die dieses Jahr mit dem Europäischen Architekturfotografie-Preis zum Thema: »Grenzen | Borders« ausgezeichnet wurden, doch sollen sich die Leser selbst ein Urteil bilden. Deshalb ist auf www.db-bauzeitung.de die gesamte vierteilige Serie statt nur dieses einen Bilds [12] zu sehen. Wir fragen uns derweil: Ist es Architektur, wenn sich Flüchtlinge hinter Plastikplanen ihr eigenes Palästina in Deutschland abgrenzen? Ist es Fotografie, wenn das Bild samt Ausschnitt so banal daherkommt, dass man es ohne Weiteres übersehen kann und in einem anderen Kontext auch übersieht?
Die Jury jedenfalls, denen der soziale Kommentar dieses Wettbewerbs sehr am Herzen liegt, hat die Bildserie »Arrival« von Andreas Gehrke aus Berlin mit dem 1. Preis bedacht. Daneben wurden drei weitere Preise, fünf Auszeichnungen und 19 Anerkennungen vergeben. Die Preisverleihung findet am 5. Mai im DAM statt, wo die ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge auch ausgestellt werden.