Gewonnen

Schelling Architekturpreise 2016
»Architektur als Integrationsmedium« war der Blickwinkel, unter dem die Schelling Architekturstiftung diesmal ihre alle zwei Jahre verliehenen Preise für ein Büro und einen Architekturtheoretiker vergab. Die ausgezeichneten Architekten sind De Vylder Vink Taillieu (DVVT) aus Gent. Sie stellten mit ihrem Werk – darunter das Ledeberg Centre [9] und das Haus Berg Beek [10] – eine ganze Reihe von Gewissheiten über Architektur infrage, sagte Kurator Wilfried Wang in seiner Laudatio. Das Unfertige ihrer gebauten Architektur sei nicht zufällig, sondern das Ergebnis eines präzisen Entwurfs- und Bauprozesses, der so lange wie möglich für Veränderung und Improvisation offen sein solle: »Die pure Freude am Bauen ist spürbar.«
Deutscher Ingenieurbaupreis
Der Deutsche Ingenieurbaupreis, in diesem Jahr erstmals vom Bundesbauministerium und der Bundesingenieurkammer ausgelobt, ging für das Sturmflutsperrwerk Greifswald-Wieck [11] an die Berliner Ingenieurgesellschaft Hypro Paulu & Lettner und Lahmeyer Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft, Weimar. Ausgezeichnet wurde das Projekt für seine »außergewöhnlich innovative Lösung zum Hochwasserschutz der Menschen in Greifswald«. Anerkennungen gingen u. a. für den Zentralen Omnibusbahnhof in Pforzheim (s. db 10/2015, S. 64) an Engelsmann Peters Beratende Ingenieure, Stuttgart; an Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt a. M., für den Neubau der EZB (s. db 3/2015, S. 12); und für die Kochertalbrücke in Baden-Württemberg an Leonhardt Andrä und Partner, Stuttgart. Der Preis soll künftig im Zweijahresrhythmus verliehen werden.
Preis der denkmal 2016
Eine tragfähige Nutzung für vier historisch wertvolle, aber momentan recht vernachlässigte Baudenkmale zu entwickeln, stand im Mittelpunkt des Nachwuchswettbewerbs der Messeakademie, die anlässlich der »denkmal« im November in Leipzig stattfand. Drei gleichrangige Preisträger wurden gekürt: Sophia Wenzler und Angela Meyer für die Beplanung der Barchfelder Schlösser im Wartburgkreis; Christoph Hayn für die Gutsanlage Marienthal im Burgenlandkreis; und Anna Luise Schuchardt für die »Alte Baumwolle« in Flöha. Hier schlug die Preisträgerin die Vervollständigung eines erst teilweise vorhandenen Ortszentrums durch die Umnutzung der ehemaligen Spinnerei in den »SozialCampus Flöha« [12] vor. Die Möglichkeit, sich in sozialen Tätigkeiten ausbilden zu lassen, wird mit entsprechenden Wohnformen älterer Menschen verknüpft. In der Bausubstanz selbst sollen einerseits charakteristische Merkmale wie die sehr unterschiedlichen Stützenkonstruktionen erhalten, andererseits z. B. Balkone ergänzt werden. Die Jury überzeugte die »sinnvolle Ordnung der Aufgaben in denkmalpflegerisch und gestalterisch überzeugender Weise«.