Privatuniversität CEU

… Budapest (H)

~Hartmut Möller

In drei Phasen soll die bisher rechts und links der Donau verteilte, internationale »Central European University« (CEU) bis 2020 zu einem einzigen Campus zusammengefasst werden. Dieser liegt mitten im Stadtzentrum am Hauptstandort inmitten eines Unesco-Weltkulturerbe-Quartiers und erstreckt sich über sechs Gebäude. Für 34 Mio. Euro entstehen, zusätzlich zum renovierten Bestand, 35 000 m². Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum der Hochschule wurde inzwischen ein Gebäude kernsaniert und ein weiteres vom vielfach ausgezeichneten irischen Büro O’Donnell + Tuomey Architects als Neubau fertiggestellt. Was auf den ersten Blick in der Straßenansicht wie ein fremdartiger Sonderling wirkt, entpuppt sich beim Betreten als Blockrandbebauung mit charakteristischer Lichthofsituation, wie sie für das Budapester Stadtbild typisch ist. Ein Durchbruch zum überdachten Atrium des renovierten, rechterhand anschließenden Nachbargebäudes schafft Kommunikationszonen im Ensemble, die wiederum den gewünschten, verbindenden Hochschulcharakter entstehen lassen. In Absprache mit dem städtischen Bauamt und Denkmalschutz gibt sich der Fassadenentwurf zeitgenössisch, respektiert aber in Material, Maßstab und Proportionen sein historisches Umfeld.
Neben den Verknüpfungen in diversen Geschossen verbindet auch ein begrünter Dachgarten oberhalb des neuen Atriums die Bauten miteinander. Lokale Vegetation (vogel- und bienenfreundlich), Regenwassergewinnung, natürliche Fensterlüftung über Schrägdachverglasung, Mikro-Verschattung per Lamellen-Membran, niedriger Stromverbrauch und reduzierter Wärme- und Kühlbedarf haben dem Bau die britische BREEAM-Zertifizierung eingebracht (Building Research Establishment Environmental Assessment Method). Selbstverständlich entspricht ein solches Haus den neuesten multimedialen und akustischen Standards und verfügt über teilbare Hörsäle. Den Lernwilligen wird hier einiges geboten – immerhin beherbergt eine über fünf Geschosse reichende Bibliothek die größte englischsprachige Sammlung in Mitteleuropa. Innen harmonieren Beton, Holz, Glas und sandfarbener Ziegel; rot getünchte Treppen und Passagen setzten dazu in luftiger Höhe farbige Akzente. Mit ihren neu geschaffenen Einrichtungen hat die CEU im Wettbewerb um gut betuchte Studenten die Nase weit vorn.
Standort: Nádor ucta 15, H-1051 BudapestArchitekten: O’Donnell + Tuomey, Dublin, IrlandFertigstellung: September 2016
Foto: Hartmut Möller, Hannover